Mein Reeperbahnfestival 2009

Hier nun ein kleiner Bericht über mein Reeperbahnfestival 2009. Angeblich waren ja über 150 Bands da. Beste Voraussetzung also um auch unbekannte Künstler kennenzulernen – vorausgesetzt man wechselt zwischen den Clubs hin- und her und läßt allzu bekanntes wie Deichkind und Editors links liegen.

Donnerstag, 24.09.2009

Trotzdem war Dinosaur Jr am Donnerstag mein erstes Konzert. Denn nachdem die Hasenschaukel um 23 Uhr schon zu voll war – kein Wunder, riesig ist sie ja nicht gerade – zog es mich direkt zum Spielbudenplatz wo mir KurtKugelrund über den Weg lief. Er musste leider draußen vorm D-Club bleiben weil der erste Festivaltag bereits ausverkauft war. Meinen Gehörschutz hatte ich vergessen. Aber so schlimm laut war es drinnen nun auch wieder nicht. Ist ja nicht mein erstes Rockkonzert. Mascis spielte vor seinen drei riesigen Verstärkertürmen. Der Bassist kam mit halb so viel Verstärkern aus. Gestartet wurde mit „Thumb“. Und nach einer knappen Stunde wurde der Set mit „Freak Scene“ beendet. Dazwischen mir weniger geläufige, aber typische Dinosaur Jr-Mucke. Schön! Obgleich letzter Programmpunkt an diesem Abend gab die Band keine Zugaben. Das Publikum machte sich aber auch nicht die Mühe welche zu erklatschen. Doofes, jetzt schon übersättigtes Festival-Publikum!?

Freitag, 25.09.2009

Der zweite Tag war eher ein Wandertag und begann mit  Wallis Bird und ihrer Band im Knust. Folk Rock zum Mitklatschen und mit „La La La“. Rockiger als auf Platte. Nach drei Liedern mußte ich gehen. Schon der schlagzeugsoloähnliche Auftakt des Konzertes war mir unangenehm.
Also kurz übers Heiligengeistfeld laufen zur temporären Halle eines größenwahnsinnigen Mobilfunkanbieters, die mit weißen Stühlen und kühlem blauen Licht ausgestattet wurde. Hier spielten gerade die Broken Records – Breitwand Folk Pop aus Schottland mit elektrifiziertem Cello und Geige. Gar nicht mal so schlecht. Der Aufforderung des Sängers doch bitte aufzustehen ging das Publikum prompt nach.
Anschließend dann Niels Frevert mit Band, erweitert um ein Streichquartett. Mit Kitsch überfrachtetes Liedermachertum. Wer Element Of Crime mag könnte vielleicht aus das mögen. Nix für mich. Nach vier Liedern also weiterziehen und zu früh in Angie‘s Nightclub gelandet, den ein Internetradio okkupiert hatte.
Was heißt zu früh? Dort spielte gerade Laura Gibson – eine eher traditionelle Singer/Songwriterin, eine akustische Gitarre, mehr braucht es nicht. Sehr schön!
Danach endlich Masha Qrella mit ihrer neuen Band. Einfach schön, wie sie aus Musicalmelodien schlichte Popsongs macht. Herrlich!
Während MrTompkins sich auf zu Emiliana Torrini machte schloß ich mich Herrn A. auf seinem Weg zu Katzenjammer an. Vor dem Knust mussten wir kurz anstehen. Von den musizierenden Damen konnte ich kaum eine erspähen. Das Publikum wurde bespaßt mit Walzer und anderen Takten und bekam auch noch Norwegisch-Grundkenntnisse verabreicht. Mir hat‘s dann aber gereicht. Das Knust war eh zu voll. Ich nicht. Abgang.

Laura Gibson – All The Pretty Horses

Masha Qrella – Wandering Star

Masha Qrella – Drunken Scene

Samtag, 26.09.2009

Erster Programmpunkt heute: Sopie Hunger und Band in den Fliegenden Bauten. Ohne großes Brimborium beginnt sie das Konzert mit der Rezitation switzerdütscher Zeilen. Erst dann kommt die Band auf die Bühne, mit der sie einen Set zwischen Rock, Pop und gefälligem Jazz spielt, die Gitarre auch mal  mit dem Klavier tauscht und zwischendurch eine Geschichte aus dem Museum erzählt. Sympathisch auch ihr Finale: auf der Bühnenkante sitzend gibt sie zusammen mit ihren Mitmusikern noch eine unverstärkte Zugabe.
Danach am gleichen Ort Sophia. Eine mit Streichern erweitere Band schwelgt in langweiliger Melancholia. Nach vier selbstähnlichen, mich nicht gerade mitreißenden Stücken zieht es mich wieder in Angie‘s Nachtclub.
Dort gibt eine junge Frau namens Katrine Ottosen aka CALLmeKAT mit Hilfe dreier kompakter Keyboards kleine hübsche Song von sich, herzallerliebst.
Danach ganz etwas anderes: zwingender, puritischer Blues mit William Elliott Whitmore, erst nur mit Banjo, später mit Gitarre und einem Freund am Schlagzeug. Grandios!
Danach Kontrastprogramm. Mal in der Prinzenbar schauen, was Kap Bambino so machen. Wilder Elektro-Trash mit technoidem Einschlag. Lauter als Dinosaur Jr.
Okay, dann mal lieber ins Grünspan schauen. Dort kurzes Wiedersehen mit tosson, neuehuete und auch noch KurtKugelrund. Aber dort war es so voll und heiß, dass ich auf Dear Reeder verzichtet habe. Gute Gelegenheit um ein paar Häuser weiter noch das Finale von Kante mitzunehmen. Die waren aber auch nicht besser als Jochen.

Sophia – Storm Clouds

William Elliott Whitmore – Song Of The Blackbird

William Elliott Whitmore – The Chariot

(veränderte Wiederveröffentlichung – dieser Text wurde bereits Ende September 2009 andernorts im Netz veröffentlicht).

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