Archive for April 2010

ausmusik

April 27, 2010

Im September 2007, pünktlich zur Popkomm und ein Jahr nach dem 15-jährigen Jubiläum, verkündete Wolfgang Petters überraschend das Ende von Hausmusik. Umsatzrückgang. Verluste insbesondere im Ausland. Geordneter Rückzug aus dem Musikgeschäft. Immerhin kein Konkurs. Petters wird zukünftig als Meister der Elektrotechnik den Lebensunterhalt für sich und seine Familie bestreiten (genaueres kann im Netz nachgelesen werden). So ein Mist!

Zuletzt trat Hausmusik vorwiegend als Vertrieb auf. Aber eigentlich haben wir Hausmusik nicht als solchen kennengelernt, sondern als Label aus der Provinz, welches zusammen mit Kollaps und Payola die Welt verbesserte.

So ungefähr im Jahr 1991 fing alles damit an, als Wolfgang Petters von der Idee besessen war, eine Platte veröffentlichen zu wollen.  Dazu hatte er verschiedenste Leute in der Gegend von Weilheim und Landsberg am Lech angehauen. So entstand aus diesem Umfeld, dieser Szene, wasauchimmer, der erste Hausmusik-Sampler – eine Platte auf der diese Musiker in den unterschiedlichsten Konstellationen zu hören sind (diese Kompilation ist vergriffen – kann mir wer eine Kopie auf Kassette zukommen lassen?). Hier war noch 4-Spur-Low-Fi chic, Mario Thaler und seine Uphon-Studios kamen erst später ins Spiel. Den gleichen Leute scheint es zudem Spaß gemacht zu haben, auch die Cover in Eigenregie zu drucken und zu basteln. Auch der Zündfunk wurde auf diese Weilheimer Szene aufmerksam  und übertrug sogar ein Live-Konzert aus der Provinz ins ganze Bayernland.

Trotzdem bin ich erst so richtig auf den Geschmack gekommen, als ich A MILLION MERCIES, also Wolfgang Petters himself solo, live im Würzburger Immerhin gesehen habe. Und dann war da noch diese Vorgruppe beim Notwist-Konzert im AKW, die mir sogar noch besser als die Hauptband gefallen hat – FRED IS DEAD. „Angst vor“ hieß damals deren aktuelle LP. Sympathische Menschen machen sympathische Musik. Und erklären uns in einem Popsong, was Adolf Hitler oder Johnny Cash mit Landsberg am Lech zu tun haben. Und solche Sachen. Schöner und bessere hausgemachte Pop-Musik gab es damals für mich kaum.

Auf gut durchorganisierten Hausmusik-Festivals in Landsberg am Lech und später dann in München konnte man der Entstehung von heute immer noch populären Bands wie dem TIED AND TICKLED TRIO, LALI PUNA oder MS. JOHN SODA  zuschauen (in all diesen drei Bands wirkt mindestens ein Acher-Bruder mit). Auch wenn diese nicht zwingend auf dem Hausmusik-Label veröffentlichten, gehören sie doch irgendwie zur Hausmusik-Familie. Andere Bands wie SUBATOMIC, TELECONDUCTOR oder ALLES WIE GROSS sind längst Geschichte.

Angenehm war auch immer die Nähe zur Comic-Szene. So erschien so manche Jimmy Draht-Ausgabe in Kombination mit Hausmusik-Samplern.

So war auch der letzte, im Jahr 2006 erschienene Hausmusik-Sampler mit dem Titel „You Can‘t Alway Listen To Hausmusik But…“, eine Kombination aus Texten, Zeichnungen und Musik – in Form von zwei Langspielplatten und einen Büchlein, verpackt in einem Klapp-Cover aus stabiler Graupappe. Hier wird noch einmal das musikalische Spektrum von Hausmusik deutlich, das sich irgendwo zwischen Country, Tex Mex, Pop, Folk, Rock, Experiment und elektronischer Musik bewegt. Für jeden der 16 Song mußten sich zwei Formationen zusammen tun. Somit treffen hier Indie-Größen wie CALEXICO, die auf Hausmusik noch unter dem Namen SPOKE ihre erste LP veröffentlicht haben, auf THE NOTWIST, aber auch solch Urgesteine wie die wunderbaren VILLAGE OF SAVOONGA auf fragile Neuentdeckungen wie SQUARES ON BOTH SIDES. Freunde aus Norwegen (DEAF CENTER), Großbritannien (Blurt-Mastermind TED MILTON) oder Australien (SODASTREAM) sind genauso dabei wie Bands von Exil-Bayern, die es nach Berlin verschlagen hat (JERSEY). Und Musiker, die nicht der Weilheimer Ursuppe entstammen (z.B. CARLO FASHION) sind genauso mit von der Partie, wie solche, die bereits auf dem allerersten Hausmusik-Sampler vertreten waren (BROKEN RADIO). Und so weiter und so fort. Für diese Artenvielfalt muß man dankbar sein!

Anmerkung vom 27.04.2010:
Wolfgang Petters betreibt seit geraumer Zeit zusammen  mit einem Companion in München den Laden Hausmunik (Pariser Str. 22), eine kleine Cafe-Bar, in der man auch Platten und Klamotten kaufen kann. Siehe oben stehendes Foto!

(Wiederveröffentlichung; geschrieben im Dezember 2007 für Bad Alchemy)

typische Scheiße und nie gehörte musik

April 27, 2010

Various Artists:
Das Dieter Roth oRchester spielt kleine wolken, typische Scheiße und nie gehörte musik
(CD, intermedium rec. 026, 2007)

„Das Dieter Roth oRchester spielt kleine wolken, typische Scheiße und nie gehörte musik“ hatte anno 2006 seine Ursendung auf Bayern2Radio, wo die Hörspiel- und Medienkunst liebevoll gehegt und gepflegt wird. Dabei handelt es sich bei dieser Hommage an den bildenden Künstler Dieter Roth eher um eine Compilation liedhafter Interpretationen dessen literarischer Ergüsse, herausgegeben von Wolfgang Müller und Barbara Schäfer. Roth war auch auf dem schriftstellerischen Gebiet überproduktiv. Diese CD stellt also eher ein Album von Neu-Interpretationen dar und kein Hörstück im eigentlichen Sinne. Die Idee hierzu stammt vom ebenfalls bildenden Künstler und Island-Fan WOLFGANG MÜLLER (alias Úlfur Hródólfsson, ex Die Tödliche Doris) der das Roth-Buch „Frühe Schriften und typische Scheiße“ irgendwann in einem Berliner Wühltisch für 3 Mark entdeckte. Und damit wohl auch seine Geistesverwandtschaft – war der ebenfalls in Island wirkende Dieter Roth nicht auch irgendwie ein, äh, genialer Dilettant, ein Bruder im Geiste? Für sein Projekt holte sich Müller u.a. Unterstützung bei alten Bekannten wie Brezel Göring und Françoise Cactus (Stereo Total, Wollita), bei seinem Bruder MAX MÜLLER sowie dessen Band MUTTER, aber auch bei KHAN, TRABANT (aus Island) oder NAMOSH. Wolfgang Müller, der solo zu trivialem Electro-Pop neigt, steckt wiederum hinter dem WALTHER VON GOETHE QUARTETT und den beiden schwulen Stoffpuppen ARMAND & BRUNO, die sich mit der Häkelpuppe WOLLITA angefreundet hatten als diese als sexistisches (Nicht-) Kunstwerk von der Berliner Boulevard-Presse angefeindet wurde (zu diesem Thema ist übrigens ein Taschenbüchlein mit 3“CD im Martin Schmitz Verlag erschienen). Überraschenderweise ließen sich die Texte von Dieter Roth auch zu wunderbaren Popsongs formen. Die Beiträge von STEREO TOTAL oder WOLLITA sind in dieser Hinsicht zwei Meisterwerke. ANDREAS DORAU schafft es leider nicht daran anzuknüpfen, ihm gelingt trotzdem ein für ihn typisches Electro-Groove-Stück. Überhaupt klingen viele Tracks typisch für ihre Erzeuger. Offensichtlich lassen diese Texte hierzu genügend Spielraum – im Gegensatz zu gängigen Musik-Tribute-Projekten. GHOSTDIGITAL (ein Projekt eines ehemaligen Sugarcubes-Musikers) erinnern mich irgendwie an Therofal von The Blech im bassbetonten Elektronikkleid, welches bei mir wiederum Assoziationen an Werke von Goebbels/Harth aus den 1980ern erweckt. Nach 17 Beiträgen nicht ganz so vieler Künstler gibt es als Zugabe mit „doit again“ noch ein verschroben groovendes Stück von MOUSE ON MARS. Insgesamt gilt: typische Scheiße, interessant aufgearbeitet!

(geschrieben im Oktober 2007 für Bad Alchemy 55)

Fortpflanzungssupermarkt

April 27, 2010

Ein altes Foto: Die Zimmermänner konzertierten am 15.02.1983 in Würzburg

DIE ZIMMERMÄNNER – Fortpflanzungssupermarkt
(LP / CD, Zickzack, ZZ2018, 2007)

Ich hätte ja nie im Leben einen Gedanken daran verschwendet, dass DIE ZIMMERMÄNNER jemals wieder eine Platte veröffentlichen würden. Aber genau dies ist im März 2007 geschehen. Das neue Album hört auf den Namen „Fortpflanzungssupermarkt“ – ein Titel, der natürlich an ihre erste LP „1001 Wege Sex zu machen ohne daran Spaß zu haben“ (von 1982) erinnert. Genau, DIE ZIMMERMÄNNER waren damals eine Hamburger Band um Timo Blunck und Detlef Diederichsen, die ihren deutschsprachigen Pop auf Labels wie Zickzack und Ata Tak veröffentlichten. Und 1983 sogar mal im Würzburger Kulturkeller live gespielt haben. Aber nach nur einer halben Stunde war Schluss, weil stumpfe, biertrinkende Punks die Band mit Hohlglas bewarfen. Für die waren diese Hamburger Jungs Popper, genauso schlimm wie Hubert Kah. Zu doof, diese spießige Intoleranz und Faulheit zu differenzieren! Dabei waren DIE ZIMMERMÄNNER nie eine richtige Neue Deutsche Welle-Band, sondern schon immer einfach nur an guter, geschmackvoller Popmusik interessiert – aber halt mit deutschsprachigen, durchaus originellen Texten. Und auch mal mit Bläsersätzen oder Streicherarrangements.

Anno 2007 besteht die Band fast nur noch aus Timo und Detlef – alte Schulfreunde und Gründungsmitglieder. Ab und zu tauchen auch frühere Mitmusiker auf. Darunter zum Beispiel Christian Kellersmann oder Rica Blunck, die auf der ersten Single – noch unter der Firmierung EDE & DIE ZIMMERMÄNNER – gesungen hat. „Fortpflanzungssupermarkt“, um nochmal diesen weniger super klingenden Titel des Albums zu erwähnen, mutet gottseidank nicht nostalgisch an. Die Produktion ist auf dem Stand der Zeit, das Sound-Design ‚amtlich‘ – schließlich ist Blunck im Besitz eines Tonstudios für Werbemusik. Eingängig groovt man sich von Bad Ems nach Paderborn. Singt eine Hommage auf die Schauspielerin Christiane Paul. Keine Ahnung, womit sie diese Ehre verdient hat. Ist trotzdem ein flotter Popsong. Während sich die Musik auf ordentlichem Niveau hält, gibt es so manche textlichen Aussetzer, die in den 1980er Jahren noch geschickt umschifft wurden. Trotzdem eine schöne, meist gut gelaunte Platte. Nix für Hardcore Bad Alchemisten. Eher etwas für den Mainstream der Minderheiten, der an gute Popmusik aus deutschen Landen glauben mag.

28.02.2007

(Wiederveröffentlichung; geschrieben für Bad Alchemy.
Das Foto erschien in der Erstausgabe des Fanzines Oi Oi Oi!)

Der Provokateur und die Dame

April 24, 2010

Kommisar Hjuler und Frau
(live in der Hörbar, Hamburg, 29.06.2007)

Jeden letzten Freitag im Monat veranstaltet der Hörbar e.V. im Kino B-Movie auf St. Pauli Konzerte mit elektroakustischer improvisierter Musik. Dass dort auch Kommissar Hjuler und Frau auftauchen würde, habe ich durch Umwege erfahren – nämlich bei meiner Internet-Recherche zum Stichwort Dieter Roth. Ausgerechnet bei einem bekannten Internetauktionshaus stieß ich in diesem Zusammenhang auf unseren alten Bekannten, der in einer Artikelbeschreibung zu einem seiner Elaborate auf diesen Termin und ein etwaiges Anti-Konzert hinwies. Wenn das kein Grund ist, endlich mal in der Hörbar vorbeizuschauen!

Auf der ansonsten leeren Bühne war fast nur ein Stuhl mit einem riesigen Teddybären, ein Verstärker und eine von der Decke herab hängende Polizeiuniform zu sehen. Irgendwann wurde Musik (so nenne ich das einfach mal) abgespielt. Monotoner Rhythmus, Frauenstimme, Geschrei, Freddy Teardrop, wieder mal eine Cover-Version, diesmal muss Suicide dran glauben (fast hätte ich Teddy statt Freddy geschrieben…). Das geduldige Publikum lauscht und wartet ab ob da auf der Bühne noch mal was passieren wird. Nach geraumer Zeit erhebt ein Herr im Publikum seine Stimme und beginnt zu meckern – wie lange soll das denn noch so gehen? – passiert da noch was? – vorspulen! – das kann ich auch! Besagter Provokateur geht nach vorne, reißt die Uniform von der Decke und bringt die Leute am Mischpult dazu, ihm eine monotone Basstrommel einzuspielen, betritt die Bühne und beginnt mit zwei kleinen Schellenkränzen und Stimme in diesen primitiven Rhythmus einzusteigen – um zu beweisen dass er das halt auch kann; sich dabei aber auch irgendwie zum Affen macht. Kurz darauf betritt eine junge Dame die Bühne, setzt sich auf den vorher vom Teddybären belegten Platz und beginnt mit schriller Stimme zu singen. Natürlich war der Provokateur Kommissar Hjuler höchstpersönlich, die Dame seine Ehefrau Mama Bär und die Überraschungs-Aktion mit den mitspielenden Veranstaltern abgesprochen. Sonst hätte vielleicht noch jemand die Polizei gerufen. Das Publikum hat den Braten frühzeitig gerochen und machte eher einen amüsierten als einen irritierten Eindruck. Endlich mal Humor und echte Unterhaltung! Nicht immer nur Lauschen, Lauschen, weißes Rauschen. Haben wir Hjuler die ganze Zeit verkannt? Ist er so etwas wie ein verkappter Helge Schneider der Noise-Kultur? Nein, so weit kann man nun wirklich nicht gehen! Mama Bär und Kommissar Hjuler sehen sich als ernstzunehmende bildende Künstler im Bereich Malerei bzw. Skulptur, wie Papa Bär nach der Performance dem Publikum erläuterte, nicht ohne noch zu erzählen, dass er mittlerweile auch Leute wie Thurston Moore zu seinen Fans zählen kann.

Bei den beiden darauf folgenden Projekten ging es leider weniger amüsant und wesentlich introvertierter zu.

PS: Am Tag nach diesem Konzert feierte Kommissar Hjuler seinen 40. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

(Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2007, geschrieben für Bad Alchemy)

Kassette sich wer kann!

April 22, 2010

Frank Apunkt Schneider:
Als die Welt noch unterging – Von Punk zu NDW
(Ventil Verlag, 2007, ISBN 3-931555-88-7)

Endlich komme ich dazu, dieses Buch zu lesen. Dessen Autor Frank Apunkt Schneider begegnete mir erstmals vor etlichen Jahren im Fanzine Der kosmische Penis als „King-Crimson-Ironiker“, dann als Mitglied der Ernst Neger Revival Band (ihr Hit: „Frauen über 30“) und der Künstlergruppe Winkelwurst sowie als Sacro-Pop-Experte, Lashcore-Cassetten-Compiler und Hörspielautor. Später schrieb er lieber für renommierte Fachmagazine wie Bad Alchemy und natürlich Testcard. Kunst macht er heutzutage unter der Wiener Dachmarke Monochrom. Er lebt, arbeitet und organisiert im oberfränkischen Bamberg.

Bei Testcard und Monochrom ist es ja durchaus üblich, als Fan an die Sachen ranzugehen, aber diese möglichst akademisch zu behandeln – oder umgekehrt. Wozu hat man schließlich irgendetwas geisteswissenschaftliches studiert?! Bei „Als die Welt noch unterging“ bekommt Apunkt aber noch ganz gut die Kurve, hier wird zwar auch manchmal wortreich diskursiert, aber der Musikfan dominiert dann doch. Eine eindeutige Definition dieser NDW kann und will Schneider nicht liefern. Vielmehr zeigt er, wie es zu diesem Begriff kam und dass es ihn womöglich auch schon vor Alfred Hilsberg gab. Um das Thema einzugrenzen schaut er nur bis etwa 1984 – Frank Apunkt Schneider war in diesem Jahr erst 15. Er bezeichnet sich selbst als „knapp Zuspätgekommener“. Was seiner Sammelwut und Sachkenntnis aber offensichtlich keinen Abbruch tut. Diese, wenn auch kurze, Distanz zum Thema tut dem Buch gut, man kann hier gottseidank keine nostalgisch verklärten Anekdoten eines ex-Mittendringewesenen lesen. Vielmehr versucht Schneider das Phänomen Punk und NDW in deutschsprachigen Landen (Österreich, Schweiz und die DDR werden ebenfalls angeschnitten) von verschiedensten Seiten her einzugrenzen. Was garnicht so einfach ist. Denn die Ränder fransen aus, sind unscharf und keineswegs eindeutig. Daher sei ihm auch verziehen, wenn Frank Apunkt in allgemeine, nicht nur für Deutschland spezifische Aspekte dieser Musikgeschichte abdriftet. Interessant ist das auf jeden Fall, auch wenn er manchmal dann doch ins Akademische verfällt und stellenweise vielleicht etwas zu viel Adorno und Horkheimer geraucht hat. Allerdings landet er während seinen Abschweifungen aber auch Seitenhiebe, die man lachend begrüßen muss. Das Schwurbeln hat er also nicht verlernt und seine Wortneuschöpfungen sind amüsant bis erstaunlich. Irgendwie ist genau dieses Diskursive das Schöne an Alcos Buch. Es wird abgeklopft was vorher, nachher, parallel so alles passierte. Und er wagt sich in den unübersichtlichen Untergrund der damaligen bundesdeutschen Kassettenszene. Diese wurde wohl in noch keinem anderen Buch über Punk und NDW so ausführlich gewürdigt. Auch wird hier die Provinz besser repräsentiert als in manch anderen Büchern zum Thema. Meist wird deutscher New Wave ja als Bewegung aus Düsseldorf, Westberlin, Hamburg und vielleicht noch Hannover und Hagen abgefeiert. Aber dass insbesondere in einzelnen Kleinstädten ein Urwuchs an Bands und Kassettentätern wucherte, wird meist vernachlässigt. Frank Apunkt Schneider versucht dies auch in der umfangreichen Disko- und Kassettografie abzubilden – was für eine Fleißarbeit! Offensichtlich hat er ein Herz für Sammler und berücksichtigt sogar die ein oder andere Phantomplatte, die zwar in der Primär-Literatur auftaucht, aber sich wohl nie materialisiert hat. Insgesamt sehr interessante, aber nicht gerade einfache Lektüre. Eher etwas für Fans der untergründigen Neuen Welle, für Leute, die es genau wissen wollen, und weniger für ich-will-spaßige NDW-Partygänger.

21.04.2010

Rechterns Anorak weaselt

April 20, 2010

Weasel Walter / Sheik Anorak / Mario Rechtern Trio
(live im Hafenklang, Hamburg, am 19.04.2010)

Gestern war Weasel Walter (Schlagzeug) zusammen mit Sheik Anorak (Gitarre) und Mario Rechtern (Reeds) zu Gast im Hamburger Hafenklang. Weasel Walter war früher mit den Flying Luttenbachers heftig unterwegs, hat sich aber später immer mehr dem Jazz und dessen improviesierten Varianten zugewendet. So war er auch im letzten Jahr mit Mary Halvorson und Peter Evans in Deutschland auf Tour.

Die aktuelle Trio-Variante scheint mir zwischen diesen beiden Polen zu liegen. Vielleicht sogar noch etwas flyingluttenbacherischer. Die Herren legten jedenfalls einen energiereiche Sets hin. Wunderbare Katharsis! Sich stetig wandelnder Free Jazz. So richtig erstaunt hat mich dann vor allem der Bläser in diesem Trio. Mario Rechtern spielte Saxophonen und Klarinetten in verschiedenster Größe und Tonlage. Er hatte an seinem Mikrophon eine Platte montiert für irgendwelche klangbeeinflussende Zwecke und Effektgeräte hinterhergeschaltet. Erweiterte Techniken hatte er auch drauf. Eines seiner Instrumente hat er derart zum Wolpertinger umgebaut, dass es eine undefinierbare Mischung aus Blas-, Streich- und Perkussionsinstrument hergab. Ein Saxophon mit aufmontiertem Griffbrett und Saiten, manchmal beidhändig gespielt mit zwei Geigenbögen, das hat man noch nicht so oft gesehen. Um ehrlich zu sein: ich noch garnicht.

Schön fand ich auch die Momente, in denen Weasel Walter einfach nur hinter seinem Schlagzeug sitzt, seinen Mitmusikern zuhört und sich ausdenkt, wie er wann wieder mit einsteigt. Der Gitarrist hat am Ende dann nochmal so solistisch die Sau rausgelassen (spätestens bei der Zugabe) und dann war‘s das. Wunderbar!

PS: Diese Band spielt am 25.04.2010 in Duisburg. Check out!

Die zukünftige Entwicklung der Musikindustrie

April 14, 2010

Hier nun ein Text nicht von mir sondern von Edi Roger!
Dieser Artikel entstand 1989/90, also in einer Zeit vor Durchbruch von CD-R und Internet! Trotzdem interessant, was Edi hier schrieb. Vor allem sein Fazit am Ende des Textes kann man immernoch als gültig erachten.

Text: Edi Roger
aus: 10.16 Megazine XIII, erschienen Anfang 1990
(reissued without kind permission of Edition Roger, Westberlin)

Notizen aus der Provinz

April 13, 2010

Klaus Fischer – Trips & Träume
(Klaus Fischer / Books on Demand, ISBN 978-383703183-6)

Es sind schon ein paar Monate vergangen seit ich dieses im Jahr 2008 erschienene Buch mit dem Untertitel „Ein Roman über die wilden Krautrock-Jahre“ gelesen habe. Dieses Buch ist also keine dokumentarische Abhandlung über die Musik der frühen 1970er Jahre. Vielmehr erzählt Klaus Fischer wie es damals abging, bestimmt sind seine frühen Erfahrungen mit Drogen, Mädchen und Musik hier eingeflossen. Irgendwo in der Gegend von Koblenz bzw. Lahnstein muss er aufgewachsen sein, war Schlagzeuger in verschiedensten Bands, hat das Journalisten-Handwerk gelernt und ist über Frankfurt am Main vor ein paar Jahren wieder in der Provinz gelandet. In Würzburg arbeitet er für einen Konzertveranstalter und hat nebenher dieses umfangreiche Buch geschrieben. Nach dem Einstieg über eine Rahmengeschichte – die er sich von mir aus hätte sparen können – wird der Leser ins Jahr 1971 gebeamt und bekommt gleich die Alte-Spießer-versus-Jugendliche-Hippies-Stimmung mit. Ab da wird man in die Musik-Szene einer Kleinstadt gezogen, in der zur richtigen Zeit Guru Guru aufspielt und sich eine überdurchschnittliche Band-Vielfalt entwickelt. Alles im Zeichen dieser freakigen Rockmusik aus deutschen Landen. Das ganze Hinundher um Bandgründungen, regionale und internationale Musikfestivals, Instrumente-Besorgen, aus der Band wieder aussteigen, in der Musikkneipe Jazz hören, üben, auf der Bühne versagen oder auch nicht, den Krautrock-Impressario treffen usw. usf. beschreibt Fischer so lebendig als hätte er das damals wirklich so erlebt. Dabei ist sein Roman bestimmt mehr Legende als Wahrheit, das verrät schon das Motto, das er seinem Buch voranstellt. Aber nicht alles ist fiktional, historisch wichtige Gruppen werden mit ihren richtigen Namen genannt, man erfährt auch musikhistorische Fakten, die als Brücken zwischen Erfundenem und der offizieller Geschichtsschreibung dienen. Da kommt etwas der Journalist im Autor durch – aber man muss nicht jedes Detail erklären, z.B. dass man das dicke Kabel zwischen Bühne und Mischpult Multicore nennt, ist für die Handlung unwichtig. Ich bin überzeugt, dass Mitglieder der regionalen Szene, in der sich Klaus Fischer damals bewegte, dessen Anspielungen auf damalige Formationen dechiffrieren können. Eine Anspielung auf einen Würzburger Musik-Freak habe sogar ich verstanden. Aber davon lebt dieses Buch nicht, vielmehr zeigt es, wie es sich damals so angefühlt haben muss mit dem Krautrock in der westdeutschen Provinz.  Lesenswert!

Interessant sind übrigens auch Klaus Fischers Lesungen. Mit einem kurzen Film stimmt er auf die Krautrockzeit ein und spielt zwischendurch immer wieder Musik von Bands, die in seinem Roman erwähnt werden. Sehenswert!

13.04.2010

GUZ – Leichte Amnesie

April 12, 2010

Dies war eine Rezension aus 10.16 Megazine XIII, erschienen Anfang 1990.

Amigo

April 10, 2010

(Passend zum gestern wiederveröffentlichten Schwefel-Interview hier nun ein Artikel aus 10.15 Megazine No. 11 aus dem Jahr 1988 über das Westberliner Label Amigo, das nun seit 20 Jahren nicht mehr existiert.)

Angefangen hat wohl alles vor so fünf, sechs Jahren, als vier Teenager (so um die 14/15) mit Woolworth-Orgel, Bass, Gitarre und Schlagzeug die Westberliner Bühnen, die sie unter dem Namen Dreidimensional betraten, mit ihrem Ploing-Punk-Pop unsicher machten. Dank des Gitarristen Mirko Krüger – dem jetzigen Macher des Amigo-Labels – wurden damals ihre frühen Experimente auf der Suche nach dem definitiven Popsong auch auf Magnetband gebannt und als erste Schuldige Scheitel-Cassette mit dem Titel „Der kulturbefördernde Füll“ veröffentlicht. Dies muß 1983 gewesen sein, die Musik war frisch und dilettantisch und ebenso originell präsentierten sich die Tapeaufmachungen von Schuldige Scheitel (sch/sch); allerdings griff dies nie auf die Tonqualität der Tapes über, die von Anfang an auf Chromdioxidband kopiert wurden.

Die zweite sch/sch-Produktion war der Sampler „Abfuhr des Verdrängten“ mit Bands wie Die Zwei, Überhaupt, Dreidimensional, Frustrierte Konsumenten, L.A., Demontage, Sulo und 1-F, den ich allerdings nie zu Gehör bekam. 1984 kam wieder eine Dreidimensional-Cassette (die zwote) heraus, bei der man sich für die Verpackung wieder etwas besonderes einfallen ließ: Während sch/sch 1 samt Beiheft in einer Frischhaltefolie verkauft wurde, war die „Vier Männer und ein Pokerspiel“-Cassette zusammen mit einem 1,3 m langen Beiheft (ausgeklappt) auf einem rotgespritztem Karton aufgeklebt. Und die Musik von Dreidimensional wurde immer besser, was die zwölf schönen bis punkigen Popsongs auf diesem Tape bewiesen. Aber trotz ihrer Qualität mußten auch Dreidimensional das Zeitliche segnen: Die Band löste sich 1985 auf und verabschiedete sich am 09. März auf dem Kwahl-Festival bei ihrem letzten offiziellen Auftritt. Allerdings ging die Band nicht von uns, ohne ein Geschenk in Form eines Double-Dismissal-Tapes zu hinterlassen. Im September des selben Jahres kam diese „Crack The Heart“-Cassette gleichzeitig mit weiteren Produkten (von My Bloody Valentine und Fake Diskurs) heraus, die auf einer C-25 sechs Studioaufnahmen (u.a. eine The Teens-Coverversion und so tolle Popsongs wie „Susan (No Chance For A Popstar)“ oder „My Golden Toast“) und auf einer C-35 zehn weitere Live-Stücke enthielten.

Die gleichzeitig im September 1985 erschienene Live-Cassette „Man You Love To Hate“ von My Bloody Valentine zeigte wie es klingt, wenn eine Doors-Orgel auf Punkrock stößt – harter, englischer Psych-Punk at it’s best. Fake Diskurs, eine Oldenburger Studentenband, konnte mich da mit ihrer artifiziellen Musik nicht so mitreißen. Aber dafür wurde beim Cover ihrer „Parh Extend“ ein Farbfotoabzug verwendet, was wieder spüren läßt, daß hier immer mehr Professionalität angestrebt wurde. Als logische Weiterentwicklung kam im August 1986 die GEDULD!-Cassette in einer aufklappbaren Plastichülle (ungefähr im doppelten Cassettenformat) heraus, was die Tapes in den Läden etwas auffälliger macht, wo sie ja eh nur ein Schattendasein fristen müssen. Auf diese Weise wurden übrigens auch die IndepenDance-Tapes und werden heute noch die Amigo-Cassetten verpackt.

GEDULD! war das Solo-Projekt von Mirko Krüger persönlich, der hier eine Sammlung unterschiedlicher Songs aus einem Zeitraum von von drei Jahren veröffentlichte, die einige fantastische Leckerbissen enthält.

Anfang 1986 stellte Mirko von miserablen Tapeproduktionen, die er zu Gehör bekam, frustriert fest, daß „der positive Trend in der Cassettenszene zu professionelleren Aufmachungen und Tonqualität nichts an der Tatsache ändert, daß die Cassette in erster Linie ein Medium für Bands bleibt, die in ihrer Ideen- und Talentlosigkeit besser nie erwähnt hätten werden sollen“. Und somit lag es nah, sich auch der Produktion von Schallplatten zuzuwenden, um sich von dieser Masse etwas abzuheben. Als erste sch/sch-Schallplatte kam Ende 1986 dann die Mini-LP „Schizophrenic Party“ heraus, auf der der Mannheimer (Norbert) Schwefel Elemente der 70er und 80er Jahre verbindet und so eine eigene, gelungene Mixtur aus Rock, Jagger, Bauhaus, Punk, Pop etc. fertigbringt, die noch von Martin Buchholzs Saxophon und Klarinette veredelt wird. Während die ersten tausend Exemplare dieser Mini-LP noch unter dem Label-Namen ‚Schuldige Scheitel‘ erschienen, kamen die neuen Releases schon unter dem neuen Namen Amigo heraus.

Mit diesem neuen Namen wollte man sich offener präsentieren und sich nicht auf ‚Underground‘ (um ein blödes Wort zu gebrauchen, wie Mirko sagte) einschränken. Und außerdem wurde Mirko durch seine regen Kontakte nach Ost-Berlin dazu inspiriert der DDR-Plattenfirma Amiga ein männliches Gegenstück auf Westberliner Seite entgegenzusetzen …

Aber obwohl man sich durch den neuen Namen und dem Entschluß zur Plattenproduktion einem ‚größeren‘ (das ist natürlich alles relativ!) Publikum öffnen wollte, vernachlässigte Amigo trotzdem nicht den Underground und gibt auch weiterhin Cassettenproduktionen heraus. Während bei Vinyls die Verbreitung über existierende unabhängige Plattenvertriebe (EfA) einigermaßen gut klappt und somit einige tausend Platten (pro Schwefel-12“ wurden bisher jeweils ca. 2500 Exemplare gepreßt) in fast alle Plattenläden gebracht werden können, werden von Tapes vielleicht 200 – 300 Exemplare (von Schwefel- und Space Pop-Tapes jeweils ca. 300 verkaufte Ex.) in vielleicht 30 speziellen Läden verkauft, die man zudem noch selbst bedienen muß, da sich weder ein Vertrieb noch ein normales Plattengeschäft um die kleine Cassetten kümmern mag, die dort dann eh meist untergehen, weil sie nicht so wie LPs in die Regale gestellt werden können. Die einzige Chance eine einigermaßen gute Auflage zu erreichen ist, wenn es einem Label gelingt eine feste Tapereihe – vielleicht in der Art von Roir oder Touch – zu etablieren. Allerdings darf man sich von Cassetten einfach nicht zuviel erhoffen, denn wenn man seine Ziele zu hoch steckt, gibt man nur irgendwann einmal auf. Und dann wird die Lücke zwischen Democassetten und Schallplatten wieder unnötig vergrößert, was nicht gerade Sinn der Sache ist. (Das IndepenDance-Label macht ja inzwischen nur noch Schallplatten, nachdem sie bei ihren Tapes die erhofften Auflagen nicht erreicht hatten…).

Nach der ersten Schwefel-Mini-LP kam neben der „Detailed“-Cassette mit frühem Schwefel-Material (mehr über diesen Mannheimer bringen wir in unserer nächsten edit!) noch ein hervorragendes Tape namens „C87 Space-Pop Compilation“ heraus, auf dem elf deutsche Bands mehr oder weniger psychedelischen Pop machen. Neben einer Reihe von Musikern aus dem Schwefel-Umfeld und aus dem Berliner Untergrund (z.B. Camping Sex, Mutter) hört man auch solche alte Bekannte wie die Freiwillige Selbstkontrolle und begegnet bei PLO einer 39 Clocks-Hälfte. Und das schöne an diesem Sampler ist seine geschlossene Form – kein Song fällt stilistisch oder qualitativ ab und es macht Spaß, dieses Tape durchzuhören, während man bei einem Großteil von Samplern seine Favoriten aus den verschiedensten Beiträgen herauspickt und den Rest getrost vergißt. Aber bei der „C87 Space-Pop Compilation“ bereut man keine einzige der fünfzehn Deutschen Marken, die man hierfür über den Ladentisch schieben muß.

In ähnlicher Preislage gib’s inzwischen auch die zweite Schwefel-Schallplatte „Metropolis“ mit drei Titeln: ein Großstadtsoundtrack, ein Akkordeon-Märchen und eine Marc Bolan-Coverversion; eine Besprechung findet durch 69 N & F an anderer Stelle dieses Heftes statt.

Zukunftsmusik: Im April wird dann voraussichtlich die erste Langspielplatte von Schwefel auf Amigo veröffentlicht werden; die gehörten Vorabtitel sind wie immer hervorragend! Da in einer LP mehr Aufwand & Zeit & Geld steckt als in einer 3 Track-12“, will man sich hierfür noch nach einem besseren Vertrieb umschauen und inzwischen verhandelt Amigo sogar mit Polydor, die ja auch Philip Boas neue LP herausbringen. Genaueres weiß man allerdings noch nicht, man wartet noch ab. Aber dies wird keine Auswirkungen auf die Musik haben, solange die Produktion noch in unabhängigen Händen bleibt, was hier ja der Fall ist.

Machen wir weiter bei unserem Blick in die Zukunft, die uns schnell eingeholt haben wird: Für Ende Februar sind zwei neue Tapes, eines von Charles Bad L. (der Stimme bei Schwefels „Schizophrenic Party“) und eines von Evan Schoenfeld, sowie eine Mini-LP von Turkish Delight angekündigt. Turkish Delight ist eine Neuentdeckung des Amigo-Labels, das übrigens nur zu zweit betrieben wird, und stammen aus dem türkischen Teil Azerbeyschans und leben erst seit kurzem irgendwo in Norddeutschland. Ihr Power-Pop fusioniert britischen Noise-Pop, Punk-Energie und osteuropäische Folklore und am herrlichsten kommen die Gitarrenriffs, die sich zwischen Weltraum und Orient bewegen. Sowas macht mir wahre Freude. Man darf also gespannt sein, was von Amigo noch so kommt.

Hier die neue Contactadresse:
Amigo, Pücklerstr. 21, D-1000 Berlin 36

mr.boredom

Und hier gibt es diesen Artikel im Original-Layout als PDF!
(Graphick & Anti-Layout: Framed Dimension D-Sign)

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Schuldige Scheitel / Amig-o-graphie:

sch/sch 001 :
DREIDIMENSIONAL Der kulturbefördernde Füll (C-50)

sch/sch 002 :
Abfuhr des Verdrängten (C-45 Compilation)

sch/sch 003 :
DREIDIMENSIONAL Vier Männer und ein Pokerspiel (C-55)

sch/sch 101 bzw. Amigo-Cassette 3 :
FAKE DISKURS Parh Extend (C-35)

sch/sch 102 :
MY BLOODY VALENTINE Man You Love To Hate (C-32)

sch/sch 103 :
DREIDIMENSIONAL Crack The Heart (C-25 + C-35)

sch/sch 104 :
GEDULD! (No) Re-Generation In And Between The Years Of 1984 And 1986 And Never Again? (C-33)

sch/sch 501 bzw. Amigo 501 :
SCHWEFEL Schizophrenic Party ( 5 Track-12“)

Amigo-Cassette 1 :
C87 Space-Pop Compilation (C-87)

Amigo-Cassette 2 :
SCHWEFEL Detailed (C-40)

demnächst:

TURKISH DELIGHT (7 Track Mini-LP)
CHARLES BAD L. (Cassette)
EVAN SCHOENFELD (Cassette)
SCHWEFEL (LP)