Archive for Oktober 2010

Hommage an Kurt Schwitters

Oktober 26, 2010

Hamburg, Hoheluftchaussee 76, 26. Oktober 2010

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Sonntagsausflug

Oktober 24, 2010

Coconami – Ensoku
(CD, Trikont, 2010)

Auch bei Coconami könnte man fast von einer eigenwilligen Cover-Band reden – nur fünf der 15 Songs ihres Albums „Ensoku“ sind Eigenkompositionen. Mittels zweier Ukulelen, (Frauen-) Gesang, Glockenspiel, Melodica etc. schaffen sie hier einen angenehm schönen Sound, der sowohl virtuosen Klamauk a la The Ukulele Orchestra Of Great Britain als auch allzu große Niedlichkeit vermeidet. Ganz so zuckersüß wie es die Marzipanfiguren auf dem Cover erahnen lassen, geht es gottseidank dann doch nicht zu. Statt dessen machen sich die beiden in München hängen gebliebenen Japaner einen Spaß daraus, vergessene Schlager und legendäre Popsongs zu covern, aber auch bayrische traditionelle Musik zu interpretieren. Kein Wunder also, wenn Ferdl Schuster, Wirt einer bayrischen Sushi-Kneipe, bei einem Lied als Gastsprechsänger auftaucht. Eine schöne Überraschung ist ihre Version des durch Die Lassie Singers bekannt gemachten Tilman Rossmy-Liedes „Loswerden“. Und lustig finde ich, wenn Coconami alte westliche Exotica-Phantasien wie Liesl Karlstadts „…singt japanisch?“ oder den Schlager „Sukiyaki“ sozusagen re-importiert. Am schönsten sind dann aber doch die Eigenkompositionen – und natürlich „Loswerden“. Perfekte Musik für gemütliche Sonntagnachmittage.

PS: Teile von Coconami waren früher übrigens bei der Band Tiki Tiki Bamboooos unterwegs, die Surf-Musik mit hawaiianischer Exotik verband und gerne mit Tiki-Masken und Baströckchen auftrat…

miyaji.info
www.myspace.com/coconami
www.trikont.de

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Oh Boy!

Oktober 21, 2010

Boy Division – Ill
(2001 / 2010, damals CD, jetzt LP, damals Fidel Bastro, jetzt Slowboy)

Die erste Compact Disc „Ill“ (schaut aus wie römisch Drei, meint aber englisch krank) der Hamburger Band Boy Division gibt es nun auch auf Vinyl – in einer schön gemachten Ausgabe. Der grau gefärbte Karton ist ein haptisches Erlebnis. Das Design lehnt sich still an Tonträger einer Band namens Joy Division oder so ähnlich an. Hat man die Banderole, auf der drei verschieden große Megaphone abgebildet sind, entfernt, kann man die äußerst stabile Plattenhülle aufklappen und ein großformatiges Portrait des Sängers im groben Raster kommt zum Vorschein. Siebdruck-Cover sagt der Fachhandel dazu. Aber nicht nur der Sänger trägt gerne Krawatte, nein, auch die anderen Mitglieder der Boy Division bevorzugen dunkle Hosen, weiße Hemden und schwarze Krawatten. Sehr stylish. Im krassen Gegensatz dazu steht ihre Musik. Der Sänger schreit ins Megaphon, der in gebückter Haltung stehende Schlagzeuger haut auf verschiedene blecherne, auf einen Barhocker montierte Gerätschaften ein, Bass und Gitarre klingen kernig und rotzig. Manchmal scheint auch ein primitives Tasteninstrument mit von der Partie zu sein. Dabei ist Boy Division „nur“ eine Cover-Band, aber eine der noisigsten ever. Da wird eine geschmackvolle Auswahl an Post Punk New Wave Klassikern ebenso wie Hits der 70er, 80er und 90er Jahre einer gnadenlosen Behandlung unterzogen. Erst bei „That‘s Entertainment“ werden die Herren etwas sanfter. Und dann ist die Platte schon zu Ende. Das ist das genaue Gegenteil des James Last Party Sounds. Ziemlich klasse!

Für Fans uns Sammler sei erwähnt, dass im Vergleich zur digitalen Erstausgabe ein Song fehlt und zwei hinzugekommen sind.

www.boy-division.de
www.slowboy.de
www.fidel-bastro.de