Sonntagsausflug

Coconami – Ensoku
(CD, Trikont, 2010)

Auch bei Coconami könnte man fast von einer eigenwilligen Cover-Band reden – nur fünf der 15 Songs ihres Albums „Ensoku“ sind Eigenkompositionen. Mittels zweier Ukulelen, (Frauen-) Gesang, Glockenspiel, Melodica etc. schaffen sie hier einen angenehm schönen Sound, der sowohl virtuosen Klamauk a la The Ukulele Orchestra Of Great Britain als auch allzu große Niedlichkeit vermeidet. Ganz so zuckersüß wie es die Marzipanfiguren auf dem Cover erahnen lassen, geht es gottseidank dann doch nicht zu. Statt dessen machen sich die beiden in München hängen gebliebenen Japaner einen Spaß daraus, vergessene Schlager und legendäre Popsongs zu covern, aber auch bayrische traditionelle Musik zu interpretieren. Kein Wunder also, wenn Ferdl Schuster, Wirt einer bayrischen Sushi-Kneipe, bei einem Lied als Gastsprechsänger auftaucht. Eine schöne Überraschung ist ihre Version des durch Die Lassie Singers bekannt gemachten Tilman Rossmy-Liedes „Loswerden“. Und lustig finde ich, wenn Coconami alte westliche Exotica-Phantasien wie Liesl Karlstadts „…singt japanisch?“ oder den Schlager „Sukiyaki“ sozusagen re-importiert. Am schönsten sind dann aber doch die Eigenkompositionen – und natürlich „Loswerden“. Perfekte Musik für gemütliche Sonntagnachmittage.

PS: Teile von Coconami waren früher übrigens bei der Band Tiki Tiki Bamboooos unterwegs, die Surf-Musik mit hawaiianischer Exotik verband und gerne mit Tiki-Masken und Baströckchen auftrat…

miyaji.info
www.myspace.com/coconami
www.trikont.de

Flattr this

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: