Archive for November 2010

popXmas 2010

November 22, 2010

Heute, fast eine Woche vor dem ersten Advent, wurden in Hamburg die Weihnachtsmärkte eröffnet. Ein bißchen früh, wie ich finde. Insbesondere weil ich mir aus Weihnachten eigentlich nicht allzu viel mache. Aber trotzdem gibt es interessante Weihnachtsmusik. Und auch in diesem Jahr werde ich auf meinen Twitter-Kanal @popXmas Weihnachtsliedchen der anderen Sorte senden. Ab dem ersten Advent wird es jeden Tag einen Tweet mit einem Link zu einer ausgesuchten Perle geben. Ho ho ho!
Folgt also: www.twitter.com/popXmas

Im letzten Jahr wurde folgendes gezwitschert:

Playlist: popXmas 2009

29.11.2009 (1. Advent)
The Three Wise Man – Countdown To Christmas Time

30.11.2009
Shonen Knife – Space Christmas

01.12.2009
Steve Lacy – A Merrier Christmas

02.12.2009
(Isabelle) Antena – Noëlle A Hawai

03.12.2009
Irene – Christmas On The Beach

04.12.2009
Au Revoir Simone – Fallen Snow

05.12.2009
Casiotone For The Painfully Alone – Cold White Christmas (live)

06.12.2009 (2.Advent)
They Might Be Giants – Santa’s Beard (live)

07.12.2009
XTC – Always Winter Never Christmas (Demo)

08.12.2009
Aimee Mann – You’re A Mean One Mr. Grinch

09.12.2009
Greg Lake – I Believe In Father Christmas

10.12.2009
Fleet Foxes – White Winter Hymnal

11.12.2009
NRBQ – Christmas wish

12.12.2009
Low – Just Like Christmas

13.12.2009 (3. Advent)
Brian Setzer – Run Rudolph Run (live)

14.12.2009
Sex Pistols – Jingle Bells

15.12.2009
Calexico – Gift X-Change (live 15.06.2001, Rudolstadt, Germany)

16.12.2009
The Beatles – Christmas Time Is Here Again

17.12.2009
John Fahey – In Christ There Is No East Or West

18.12.2009
Kurtis Blow – Christmas Rappin‘

19.12.2009
Monty Python‘s – Christmas In Heaven

20.12.2009 (4. Advent)
The Pogues – Fairytale of New York

21.12.2009
The Waitresses – Christmas Wrapping

22.12.2009
Joey Ramone – Merry Christmas (I Don’t Want To Fight Tonight)

23.12.2009
Martin Newell – Christmas In Suburbia

24.12.2009
Susie Asado – Christmas Song

25.12.2009
The Three Wise Men – Thanks For Christmas

26.12.2009
Michael Nyman – The Infinite Complexities of Christmas

27.12.2009
Sufjan Stevens – That Was The Worst Christmas Ever!

31.12.2009
Hildegard Knef – Prost Neujahr

01.01.2010
Edward Ka-Spel – Happy New Year

Bitte habt Verständnis, dass ich diese Playlist nicht verlinkt habe.
Viele Links aus dem letzten Jahr funktionieren einfach nicht mehr…

(Das Bild wurde bei Micha & Elk geschossen).

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Die fremde und seltsame Welt des Sakropop

November 21, 2010

Ja, alle Welt soll es erfahren, wenn Frank Apunkt Schneider nach Hamburg kommen und einen Vortrag über Sacro Pop halten und ebensolche Musik vorspielen wird (vor zehn Jahren hat er bereits eine Cassetten-Compilation zum Thema zusammengestellt). Das wird bestimmt sehr lehrreich und unterhaltsam!

Ich zitiere einfach wiedermal aus einer mir auf elektronischem Wege zugespielten Einladung:

KunstHasserStammTisch* der noroomgallery präsentiert

Die fremde und seltsame Welt des Sakropop
Ein Abend mit und von Frank Apunkt Schneider (monochrom)

Freitag, 26. November 2010, 20 Uhr
Kirche der Stille, Helenenstr. 14a, Hamburg, Altona-Ost

FRANK APUNKT SCHNEIDER:
„Bei Verwendung einer Beatband in der Lautstärke auf die Gemeinde und den Raum Rücksicht nehmen!“ –
Sakropop als deutscher Sonderweg zur Popreligiosität

Der »Schwund an jugendlichen Gottesdienstbesucher_innen« wurde in den 1970er Jahren meist mit der »Ausgrenzung der Lebenswelt von
Jugendlichen« aus dem Gottesdienstgeschehen erklärt. Um sie zu erreichen, mussten die Amtskirchen einen (Schein-) Frieden mit Rockmusik und Popkultur schließen. Die Geschichte des Sakropop berichtet von der langen, zähen und tragikomischen Integration von Pop in die Kirche. Sakropop ist »neue Kirchenmusik mit Stilmitteln moderner Popularmusik«, so Martin Bubmann, der Diedrich Diederichsen der Szene. Er hat die zahllosen Widersprüche zwischen religiösem Dogmatismus und popkulturellem Freiheitsversprechen in sich aufgenommen und in eine adäquate Form gebracht: die möglicherweise am weitesten entfremdete Form von Pop überhaupt. Und damit natürlich schon wieder: Meta-Pop!
Sakropop ist das vermutlich bizarrste Sub-Genres von Pop, praktiziert lediglich innerhalb einer beinahe unsichtbaren und völlig unvermittelbaren Subkultur. Eben: Incredibly strange music.

Frank Apunkt Schneider wird Höhepunkte seiner umfangreichen Sakropop-Sammlung vorspielen und erläutern.

Frank Apunkt Schneider ist unfreier Künstler und selbsternannter Poptheoretiker. Er schreibt u. a. für Testcard, monochrom, Skug, Zonic,
Bad Alchemy und Intro. Er lebt zurzeit als deutscher Außenposten der Kulturbewegung monochrom (www.monochrom.at) in Bamberg. Im Ventil-Verlag hat er 2007 das Buch »Als die Welt noch unterging. Von Punk zu NDW« veröffentlicht.

Schöne Desillusion

November 13, 2010

Christiane Rösinger – Songs Of L. And Hate
(LP/CD, Staatsakt, 2010)

Schon beim Cover fängt die Referenzhölle an: Der Titel wurde bereits von Leonard Cohen verwendet, nun fehlen hier aber drei Buchstaben. Das Artwork ist einer alten Bob Dylan-Platte nachempfunden – allerdings mit vertauschten Geschlechterrollen: Rösinger nimmt den Platz von Dylan ein, während ihr männlicher Mitstreiter die Schöne mimt. Neben den Künstlern sind dekorativ Schallplatten u.a. von Bands wie Carambolage und den Lassie Singers zu sehen; die anderen LPs kann ich leider nicht eindeutig erkennen, sind da nicht noch Platten von Cohen und John Cale zu sehen? Hier treffen sich Einflüsse und die eigene Vergangenheit – bei Carambolage spielte Christiane Rösingers Freundin Britta Neander mit, die später der Band Britta den Namen und den Rhythmus gab. Und bei den Lassie Singers war Rösinger ja bekanntermaßen auch dabei.

Auf ihrem Solo-Album ist kein fluffiger Gitarren-Pop mehr zu hören, hier klingt es etwas herber als bei Britta, und in jedem Lied klimpert ein Klavier. Mitverantwortlich für die Musik ist Andreas Specht von Ja, Panik, einer Band mit der ich mich womöglich näher befassen sollte. Zu einem Menschenfreund ist Christiane Rösinger immer noch nicht geworden. Pärchen hasst sie nach wie vor. Und Liebe traut sie nicht über den Weg. Desillusion (so auch der Titel eines Songs) ohne Ende, aber trotzdem macht sie sich über (die eigene?) „melancholische Hypochondrie“ etwas lustig. Zu Berlin hat sie offensichtlich eine Hassliebe, denn in einem Song, der den Namen der Stadt trägt, in der sie lebt und arbeitet, zieht sie wieder einmal über die freischaffenden Kaffeehausbesetzer, Prenzlberg-Mütter und viele mehr her, dazu eine Musik, die fast an wienerischer Gemütlichkeit grenzt.
Das perfekte Liedgut zur November-Depression. L. it or hate it.

Neoangin plays Berlin – Sinfonie einer Großstadt

November 4, 2010

Musik-im-Kino-Tipp:

Heute erreichte mich die Nachricht, dass Jim Avignon wieder einmal in Bamberg auftreten wird. Ich zitiere einfach mal auf dem elektronischen Rundbrief. Und weil der Flyer so schön ist, wird er hier ausnahmsweise mal bunt abgebildet.

Jim Avignon aka NEOANGIN kommt endlich wieder ins Lichtspiel!

Am Samstag, 13.11.2010 um 19:30 Uhr, wird er den Stummfilm „Berlin – Sinfonie einer Großstadt“ mit elektronischer Musik untermalen.

Vor zwei Jahren war er schon mit dem Film „Asphalt“ im Kino und es war ein wunderschöner Abend!

Er wird anschließend noch ein Mini-Konzert in der Scheinbar geben!!!

Eintritt: 12,- Euro/ erm. 10,- Euro
[Vorverkauf ab 3.11. im Lichtspiel und Odeon]

BERLIN – DIE SINFONIE DER GROSSSTADT
Der experimentelle Dokumentarfilmklassiker von 1927 zeigt einen Tag in der pulsierenden Weltmetropole. „Die Stadt als lebender Organismus – genial!“ (Cinema)
Am Morgen füllen sich die Straßen, dann zeigt die Kamera, wie die Menschen arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Regisseur Walter Ruttmann wollte jedoch kein dokumentarisches Stadtporträt liefern, sondern mithilfe der Montage die Bewegung, den Rythmus der Stadt spürbar machen.
D 1927 | R & B Walter Ruttmann | K Robert Baberske, László Schäffer
| ab 0 J. | S/W | 67 Min.

JIM AVIGNON
Seit über 20 Jahren prägt Jim Avignon mit seinen comicartigen Pop-Art-Bildern die Kunst- wie Clubszene. Mit seinem elektronischen Ein-Mann-Orchester Neoangin hat er mehrere Alben auf den Markt gebracht. Sein Musikstil vermischt Elektropop, Chanson und New Wave und Songs der 60er und 90er Jahre. Die intro nennt ihn den „derzeit besten Alleinunterhalter der mit Sicherheit nie ein Engagement bei Kreuzfahrten bekommt. Kein Genre ist ihm fremd, aber mit Referenzen ist er nicht zu kriegen. Wie auch seine Bilder sind die Songs zu gleichen Teilen aus Melancholie und Übermut und in einem völlig eigenen Stil geschrieben.

Der Künstler im Netz:
www.jimavignon.com

www.myspace.com/neoangin

Das Kino im Netz:
www.lichtspielkino.de
www.facebook.com/#!/lichtspielkino