Legendäre Schwäne

Swans live
( Kampnagel, Hamburg, 12.12.2010)

Was ich jetzt von diesem Swans-Konzert halten soll,  weiss ich auch nicht. Die wiederbelebte Wasweissichwasfür‘ne-Legende begann so wie manche Rock-Bands ihr Konzert beenden: mit Rückkopplungslärm. Als der  Perkussionist als erster auf die Bühne trat, freute sich die Hörerschaft zu früh. Denn er stellte nur sein Feedback an und verschwand wieder. Viele lange Minuten später der zweite Mann, Feedback an, wieder weg. Dann kam irgendwann der Schlagzeuger und spielte metallische, hackbrettartige Perkussion dazu. Dann wieder Mann 1, ebenfalls Metall auf Metall. Feedback und Lärm galore. Dann endlich der Bassist mit tiefen, körperlich spürbaren Frequenzen. Und als dann noch ein Gitarrist und schließlich Michael Gira auf der Bühne standen, wurde es erst noch mal super laut, bevor das Ganze mehr Struktur bekam und mit Text versehen wurde.

Mit der Lautstärke hatte ich zugegebenermaßen Probleme. Das ellenlange Feedback-Intro hörte ich mir noch ungeschützt an. Nicht unbedingt die Lautstärke, aber die fiesen hohen Frequenzen trieben mich in die schützenden Hände primitiver Ohrstöpsel. Aber das machte den Klang auch nicht besser, nur muffiger.

Somit kann ich über dieses Konzert keine wirklich ernsthafte Meinung darlegen. Nur, dass ich dieses „Lauter!“-Dingens ziemlich pubertär finde. Lautstärke bringt keineswegs mehr Transparenz.

Aber ob es jetzt daran lag, dass der apokalyptische Geist der Swans nicht auf mich übersprang, kann ich Euch jetzt auch nicht sagen…

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3 Antworten to “Legendäre Schwäne”

  1. kleinertod Says:

    So unterschiedlich kann man einen Auftritt und auch das erste Lied wahrnehmen. Für meine Ohren war es ideal, um nach diesem sehr einschläfernden Vorprogramm in Fahrt zu kommen. Eine mutige Klangcollage, die eben keine strukturierte Musik sein sollte, sondern vielmehr dem Noise-Charakter des Industriesounds seinen Tribut zollte. So etwas als allererstes Stück zu bringen, das wahr wirklich gewagt – hat aber wunderbar meiner Meinung nach funktioniert.

    Was die Lautstärke anbelangt, so stimme ich dem grundsätzlich bei. Konzerte könnten weitaus leiser und damit nicht weniger schön sein. Aber da es diese „Louder“-Rufer wohl immer geben wird, muß man halt auf Lärmstop und Konsorten zurückgreifen. Was aber auch nicht das Wesentliche mindert. Übrigens gibt es hier sehr gute Alternativen, die nahezu alle Frequenzen gleichmäßig senken – man muß sich diese nur leisten wollen.

  2. Düster. Rückbetrachtung auf das Wochenende mit der Auswärtsniederlage in München. « KleinerTods FC St. Pauli Blog Says:

    […] den zur Vervollständigung nicht jeder Besucher als solchen empfand, wie man hier nachlesen kann: https://namremicz.wordpress.com/2010/12/13/swans/ – derartige Klänge sind wohl einfach nicht jedermanns Sache. Meine hingegen definitiv, ich […]

  3. andreas Says:

    Ein Konzert in angemessener Swans-Lautstärke, fast wie früher(tm) und natürlich großartig!

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