Archive for Mai 2011

Facebook Fun

Mai 31, 2011

613

Mai 23, 2011

Alles Gute zum 70. Geburtstag, lieber Bob!

Im Zürcher Zic Zac Rock Hotel wurde Dir bereits vor Jahren ein Zimmer gewidmet.

Mach’s gut!

Geschichten

Mai 21, 2011

(Bild mit freundlicher Genehmigung geklaut bei Barbara Mürdter / Popkontext)

Laurie Anderson – Delusion
(live, Kampnagel / K6, Hamburg, 21.05.2011)

Von Laurie Anderson habe ich schon länger nichts mehr gehört und gesehen und bin entsprechend unvorbereitet sowie ohne besondere Erwartungen dorthin gegangen. Ziemlich pünktlich betrat Laurie Anderson allein die Bühne, auf der sich drei kleinere Projektionsflächen vor einer ebensolchen riesigen befanden. Ihre Aufführung verbindet Wort, bewegte Bilder und Musik – nennt man das heutzutage wirklich immernoch „Multimedia“?

Zwanzig kurze Geschichten wurden hier aneinander gereiht, meist autobiographisch gefärbt. Da geht es um Träume, die letzten Worte ihrer verstorbenen Mutter, die Ursprünge der russischen Raumfahrt im 19. Jahrhundert, die Landnahme auf dem Mond, die Herkunft ihrer Familie und was das mit Island zu tun hat und vieles mehr. Die Texte wurden als deutschsprachige Übertitel mitprojeziert, was einerseits manchmal etwas vom Gesamtgeschehen ablenken mag, aber manchmal doch hilfreich ist, insbesondere wenn Laurie Anderson die tiefe Vocoder-Stimme (ihr Alter Ego) einsetzt. Manchmal sind diese Erzählungen interessant, manchmal originell – vereinzelt hatte sie ein paar Lacher auf ihrer Seite – aber im großen und Ganzen mußte ich feststellen, dass ich persönlich mit ihren Geschichten nicht viel anfangen konnte. Ihre Musik erschien mir vollkommen uninteressant, manchmal etwas aufgeblasen, insbesondere die Zwischenmusiken, manchmal vielleicht sogar etwas kitschig. Perfektes Sound Design halt. Lasst Euch nicht erzählen, dass das etwas mit „experimentell“ zu tun hätte – das ist eher Stand der Technik. Gut gemacht, professionell und so, aber nicht besonders spannend.

Nach 90 Minuten ging die Show zu Ende. Dem Applaus nach zu urteilen hat es dem bildungsbürgerlichen (?) Publikum wohl sehr gefallen. Es wurde noch mit einer gegeigten Zugabe belohnt.

Weitere Bilder von ihrem Konzert in der Berliner Volksbühne könnt Ihr Euch hier ansehen: www.popkontext.de

Hittville B.R.D.

Mai 18, 2011

Utopia Ltd.
(Dokumentarfilm, Deutschland, 2008 – 2011, 90 Minuten)

Am vorletzten Dienstag hatte dieser Dokumentarfilm über die Band 1000 Robota im Abaton-Kino Hamburg-Premiere – zwei Tage vor dem offiziellen bundesweiten Kinostart am 12. Mai 2011. Auf der Berlinale wurde er bereits als Eröffnungsfilm der Reihe „Perspektive deutsches Kino“ gezeigt.

Filmemacherin und Cutterin Sandra Trostel hatte das Glück, auf diese – immer noch ziemlich junge – Band während eines ihrer ersten Konzertes anno 2008 im Knust gestossen zu sein, kurz bevor sie dann als Hype durchs Dorf getrieben wurde. Und das ist das besondere an diesem Film: man bekommt nicht tausend Jahre im Nachhinein erklärt wie es damals so ungefähr gewesen sein könnte, sondern man erlebt eine Band, die gerade am Sich-Entwickeln ist. Man erlebt mit, wie sie ihre erste Platte aufnehmen und Promotion-Touren auf sich nehmen. Aber auch, wie sie ihr Abitur in Hittfeld schreiben und ihren 18. Geburtstag mit der Familie feiern oder ins erste WG-Zimmer ziehen. Aber keinen Sex, keine Drugs (außer Bier), keinen Rock‘n‘Roll. Und das in diesem jungen Alter?!

Irgendwie haben sich die Filmemacherinnen so dezent verhalten, dass sie für die Beteiligten keine Rolle mehr spielten. So bekommt man als Zuschauer einen Eindruck vom Verhältnis zwischen der Band und ihrem damaligen Label und auch Einblick in Diskussionen bei bzw. nach den Aufnahmen zu ihrer ersten Platte. Schon da ging 1000 Robota so manches gegen den Strich – und sie trafen (instinktiv) so manche Entscheidung, die nicht immer nett war, aber ihre künstlerische Integrität gewährleistete. Ihr damaliges Label war beispielsweise so bescheuert, 1000 Robota für eine Vorentscheidung zu Stefan Raabs Song Contest schicken zu wollen, und die Band war so bescheuert erst zuzusagen, um dann später doch nicht dorthin zu gehen. Eine Entscheidung die  Respekt verdient! Label-Macher Dirk Darmstädter hat 2010 übrigens zusammen mit Bernd Begemann dort eine flotte Freddy-Cover-Version abgeliefert und ist grandios gescheitert. Schon blöd, sich als Kanonenfutter für Herrn Raab zu verdingen. Ob sie dadurch jemals eine Platte mehr verkauft haben? 1000 Robota spielten jedenfalls nicht mit und es hat ihnen nicht allzusehr geschadet. Es geht nun mal nicht immer nur um Verkaufszahlen.

Der Film kommt vollkommen ohne Off-Sprecher aus und auch ohne irgendwelche Musiker-Kollegen, die Statements über das Objekt dieses Dokumentarfilms abgeben. Also kein Distelmeyer, der erzählt wie toll Mutter ist. Und auch kein Nick Cave, der seinen Senf zu Blixa oder wemauchimmer abgibt. Nichts dergleichen. Selbst Interview-Fragen werden nur in zwei, drei Ausnahmefällen vom den Filmemacherinnen gestellt. Schließlich gibt die Promotion-Tour genügend Material her um den Umgang mit Musikpresse und Radio zu dokumentieren.

Das ganze ist ein dicht collagierter Film, bei dem mir die Musik fast ein  wenig zu kurz kommt. Es gibt es zwar immer wieder Konzertausschnitte, aber nicht sehr ausführlich.

Der Film endet Anfang 2010 – natürlich wäre es noch interessant gewesen mehr über den Wechsel der Band von der Tapete Records (Darmstaedter, Buskies GbR) zur Buback Tonträger GmbH zu erfahren oder über die Entstehung ihrer zweiten Platte. Aber irgendwann muss ja mal Schluß sein.

PS: Schön auch die Sequenz, bei der jemand durch die Tür des Burn Out Records Ladens geht – Schnitt – und dann im Inneren des Zardoz ankommt…

Die Site zum Film:
www.utopialimited-film.de

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Ein Hanebüch

Mai 16, 2011

Jan-Uwe Fitz:
Entschuldigen Sie meine Störung – Ein Wahnsinnsroman

(DuMont Buchverlag, ISBN 9783832161477)

Im April 2011 debütierte uns der berühmte Twitterer @vergraemer mit seinem ersten Buch.

Der Titel verrät fast schon alles: „Entschuldigen Sie meine Störung – Ein Wahnsinnsroman“. Meist in Form von Gesprächsprotokollen, Dialogen oder belauschten Selbstgesprächen werden die psychischen Verhaltensauffälligkeiten eines gewisser Jan-Uwe Fitz erzählt, der vor allem unter Menschenangst leidet. So erfährt man unter anderem von einer Wanderbaustelle, die ihm folgt, von ausgepufften Strategien eine Party schnell wieder zu verlassen und wie man sich in eine Privatklink einschleicht. Das wird mit einem Wortwitz beschrieben, der die Verhältnisse ins abstuse und absurde überführt. Irgendwie kommt mir dieses Werk wie das Manuskript zu mehreren gespielten Witzen vor, deren nicht vorhandene Pointen ins Leere laufen. Das ist kühl! Obwohl es während dieses „Wahnsinnsromans“ sogar ein Mordopfer gibt, bleibt dieses Buch bemerkenswert unspannend.

Und irgendwie weiss ich nun auch nicht, was ich von diesem Dingsbums halten soll. Es hat mir auf jeden Fall ein paar unterhaltsame Stunden beschert. Easy reading.

Ein herzliches Dankeschön jedenfalls geht an Herrn Fitz für die Verwendung des Wortes „hanebüchen“!

Transparenter Journalismus

Mai 9, 2011

Manche Blattmacher scheinen ziemlich dreist und faul zu sein. Da kann es schon mal passieren, dass man in einer Stadtillustrierten auf eine Doppelseite stößt, auf der links zwei Vorankündigungen zu finden sind und rechts die Anzeigen dazu. Im redaktionellen Teil werden exakt die gleichen Bildmotive verwendet wie in den beiden Werbeanzeigen. Okay, dass es einen Zusammenhang zwischen bezahlter Werbung und redaktionell hervorgehobenen Beiträgen gibt ist ein alter Hut. Aber muss man es denn so offensichtlich machen? Hält man seine Leser für so doof, dass man sich keine Mühe mehr machen muss, die Anzeigen ein wenig besser im Heft zu verteilen? Rechnet man gar damit, dass sich eh keiner für Theater interessiert? Oder war man schlicht zu faul nach alternativem Bildmaterial zu suchen? Als zahlender Leser fühle ich mich hier nicht ernst genommen und sogar etwas beleidigt.

Oben genanntes Beispiel stammt nicht aus irgendeinem provinziellen Gratis-Blättchen sondern aus der aktuellen Ausgabe der Szene Hamburg (Ausgabe Mai 2011, Seiten 50/51). Peinlich!

In der Bibliothek

Mai 7, 2011

Superpunk live at Umsonst & Draußen Festival Würzburg, 21.06.2009

Various Artists: Oh, dieser Sound – Stars spielen Superpunk
(Tapete Records, TR210, 2011)

Mit Cover-Versionen ist das ja immer so eine Sache – und mit Tribute-Alben sowieso. Aber offensichtlich sind die Jungs von Superpunk nun lange genug im „Geschäft“ um entsprechend gewürdigt zu werden. So hat Tapete Records hier nun 21 Tracks von 20 Interpreten gesammelt, die eine durchaus durchwachsene Mischung ergeben. Schon der Album-Titel wirft die Frage auf, wer denn diese „Stars“ sein sollen. Ich hatte zuerst Hemmungen, mir diese Platte zu kaufen, aber als ich dann im Zardoz Plattenladen bemerkte, dass hier auch Andreas Dorau sowie die Mobylettes mit dabei sind, mußte ich zugreifen.

Trotzdem verzichte ich gerne auf Bands, die das Original mehr oder weniger nachspielen ohne etwas wirklich originelles hinzuzufügen. Wenn Rockbands Rocksongs covern ist da sowieso nicht viel zu erwarten. Fettes Brot und Madsen braucht kein Mensch. Ebenso die nett gemeinte aber irgendwie schön-nervige Version von Anajo. Nom De Guerre nervt ebenfalls dank Eunuchen-Gesang. Und Egotronic geht auch nur gerade so.

Angenehm hingegen ist, wenn ein gewisser G.Weida ein Superpunk-Lied kurz instrumental auf dem Akkordeon interpretiert. Schön auch die Soul-Versionen von Al Supersonic & The Teenagers und dem The Frank Popp Ensemble.

Es gibt auch zwei Reggae-Versionen – von Die Sterne und Jasmin Wagner – zu hören, was vielleich originell wäre, wenn Superpunk dies mit ihrem „Ehrlicher Mann (Reggae Remix)“ nicht bereits wesentlich besser gemacht hätte. Wobei mir die Version von Jasmin Wagner (früher als Blümchen, jetzt mehr so im Theater unterwegs) besser als die von Die Sterne gefällt – und ihre Stimme auch viel besser als die der Sängerin, die in der Original-Version von „Oh, dieser Sound“ mitquäkt.

Die Aeronauten – eine meiner Lieblingsbands – enttäuschen mich mit ihrer zwar guten aber irgendwie doch nicht so mitreißenden Version von „Baby, ich bin zu alt“ ein wenig. Station 17 überzeugt mit einer coolen Version von „Neue Zähne für meinen Bruder und mich“, die mich dank der Rhythmbox irgendwie an Scritti Politti erinnert.

Ein Hammer ist allerdings die garnicht so gut gelaunte Interpretation von „Das Feuerwerk ist vorbei“ der österreichischen Neigungsgruppe Sex, Gewalt & Gute Laune. Und irgendwie überrascht mich auch Das Bierbeben mit einer schönen Version von Allein in eisigen Tiefen“ – coole Frauenstimme!

Und dann interpretieren zwei meiner Lieblinge noch meinen Lieblingssongs aus dem letzten Superpunk-Album mit dem etwas schwachsinnigen Titel „Die Seele des Menschen unter Superpunk“ namens „In der Bibliothek“.  Die Mobylettes führen diesen Song über in die orgeligen 60er Jahre. Sehr stilvoll! Andreas Dorau eignet sich diesen Song durch Samping an und macht einen flotten Popsong daraus, der mich ebenso wie die wesentlich gemütlichere Version der Mobylettes mehr als begeistert. Gute Cover-Versionen nehmen sich offensichtlich immer die Freiheit, sich vom Original zu entfernen. So nimmt sich Bernd Begemann zusammen mit seiner Befreiung die Frechheit heraus, aus zwei Liedern („Ich bin ein Snob“ und „Ich bin nicht so wie jeder andere auch“) eine handgemachte Bastard-Indie-Pop-Version zu schaffen.

Wer Superpunk und die Mobylettes und Andreas Dorau oder auch nur eine dieser genannten Musiker bzw. Bands mag, sollte auf diesen Sampler nicht verzichten.

Neulich auf dem Betriebsgelände

Mai 5, 2011

Da hat wohl jemand unbemerkt zwei Klebebuchstaben entfernt…
(gesehen am Heizkraftwerk in Würzburg)

Clap Your Hands

Mai 2, 2011

Mobylettes live
(Morph Club, Bamberg, 1. Mai 2011)

Gestern war ich in Bamberg gewesen und habe dort die eleganteste und beste Hamburger Beatgruppe der Jetztzeit erlebt. Vier Männer bekleidet mit schwarzen Stoffhosen, weißen Hemden und Krawatten, die Sängerin in einem formschönen Kleid, der Gitarrist auch noch mit extravaganten weißen Schuhen und heißerer Stimme.

Die Mobylettes stellten nicht nur Ihre neue Platte „Immer schlimmer“ vor, sondern streuten auch ältere Lieder in ihr Konzert ein und noch ein paar ihrer hervorragenden Gershwin-Interpretationen. Ihr Sound mit Hammond-Orgel, Gitarre, Bass und Schlagzeug ist einfach scharf. An diesem Sonntagabend hätten es zwar ruhig ein paar Leute mehr im Publikum sein können, aber die anwesenden Fans waren begeistert und bei der ersten (Wunsch-) Zugabe „Tu mir weh“ – in einer Version nur für Stimme und Bassgitarre dargeboten – gaben die Bamberger ordentlich backgroundvocale Unterstützung. Wunderbar!

In dieser Woche sind die Mobylettes übrigens noch in München, Köln und Hamburg auf Tournee – hingehen!

Hier noch zwei Konzert-Kostproben in leider minderer Klangqualität:
Nein Nein Nein
Clap Your Hands

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