Future Perfect

Woog Riots live in der Astra Stube Hamburg am 5.5.2012 (Foto: G. Zimmermann)

Der Zickzack-Mann bringt drei Promo-CDs vorbei, Teil 2:

WOOG RIOTS – Post Bomb Chronicles
(LP/CD/DL, Ritchie Records/What’s So Funny About/Broken Silence/Finetunes, SF1967, 2012)

Die Woog Riots kommen mir vor wie ein Schwamm, der so einiges während seines musikalischen Werdegangs aufgesogen und anschließend zu kurzen Pop Songs weiterverarbeitet hat. Wichtige Jahrzehnte dürften für Silvana Battisti und Marc Herbert die Sixites (Geburt? Man beachte die Bestellnummer „1967“!) sowie die 1980er Jahre gewesen sein (in denen deren musikalische Sozialisation stattfand, schätze ich mal). Von ihrem frühen Indie-Schrammel-Pop mit Antifolk-Connection haben sie sich zu einer astreinen Elektro-Pop-Band entwickelt ohne ihre freundliche Sympathie und Wärme zu verlieren. Nur die Stimmen und ein paar Gitarreneinsprengsel sind nicht synthetisch.

In Musik und Text tauchen schlagwortartige Zitate von den B-52’s („Huuh, Huuh“), frühe Depeche Mode, den nicht ganz so frühen Devo, New Order („Power, Corruption & Lies“ wird durch „Rumours“ ergänzt), von The Fall („Repetition / Repetition / Repetition“) und nochmal The Fall („My Disco Is A Rebellious Jukebox„) auf. Und vielleicht hat der Song „One Thousand Roboter“ auch etwas mit der Hamburger Nachwuchsband 1000 Robota zu tun, obwohl nicht nur hier der Kling sehr nach Kraftwerk klangt. Das erinnert mich wiederum an das britische Duo Komputer, welches sich bereits vor 15 Jahren einen Spaß daraus gemacht hat, ein Kraftwerk-Simulakrum zu entwickeln. Allerdings haben die Woog Riots den besseren, fetteren und wärmeren Sound. Nicht nur Musik ansich spielt hier als Einfluss eine Rolle, auch der mehr oder weniger aktuelle Popdiskurs. So werden ebenso Autoren wie Alvin Toffler oder Simon Reynolds verschlagwortet. Retro-Futurismus schwingt immer mit … „Komm Gestern Morgen“ … „Future Shock“.

Trotz dieses popkulturellen Ballasts klingen die Woog Riots munter und eigen und bringen ihre Songs auf den Punkt. Alle 13 Songs sind gleichermaßen toll, machen Spaß und wollen immer wieder am Stück gehört werden. Repetition, Repetition, Repetition…

Prädikat Evergreen!

PS:
Anno 2004 haben die Woog Riots für Zickzack übrigens einen Sampler namens „Perverted By Mark E. – A Tribute To The Fall“ zusammengestellt. Check out!

GZ,
14.05.2012

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