Archive for the ‘Kunst’ Category

Guter Abzug (Werbung)

Juni 16, 2014

GuterAbzug

Eine kleine Anzeige (im Format 73 x 50 mm) in der westdeutschen Musikzeitschrift „Spex – Musik zur Zeit“, Nr. 12, Dezember 1984, auf Seite 43, für  den guten Abzug.

Endlich wieder gute Wahlwerbung!

Mai 16, 2014

Litfass

Endlich wieder interessante Wahlwerbung! Diesmal zur Europawahl 2014 von der Partei DIE PARTEI.  Die Ablichtung des Spitzenkandidaten und Vorsitzenden Martin Sonneborn wurde nur scheinbar von Unbekannten kreativ verändert.
Gesehen an der Kreuzung Schlesische Straße / Falckensteiner Straße, 10997 Berlin, Germany.

Die Partei Europa 1Die Partei Europa 3
Die Partei Europa 2

Einblick

April 7, 2014

Osram

Ein Blick in die Osram Höfe bzw. in die Sammlung Wemhöner: „Breathing in / Breathing out“ von Marina Abramovic und mehr – Spiegelung macht’s möglich.

Gesehen in der Oudenardener Straße 16-20, Haus A, Aufgang 9, dritte Etage, 13347 Berlin-Wedding.

Danke!

Januar 10, 2014

KaetheKruse

Elke Käthe Kruse und ihre Tochter Edda Kruse Rosset (am Schlagzeug) als Inkarnation von Die Tödliche Doris, live Chöre und Soli neu interpretierend. Gesehen im Rahmen der Ausstellung „Danke! – Die Tödliche Doris – Käthe Kruse – 2013“ in der ZWINGER Galerie (Mansteinstr. 5, 10783 Berlin, Germany) am 09.01.2014.

Danke

Schwenken / Fächern

November 30, 2013

KimMueller

Christine Sun Kim / Wolfgang Müller –
Ranging From Panning To Fanning

(2 x 7″, Squoodge Records, SR 17.99, 2013)

Dieses kleine Kunstwerk kommt in einem besiebdruckten Versandkarton daher, der zwei 7″-Singles und eine Gebrauchsanweisung im englischer Sprache enthält. Um diese beiden einseitig bespielten EPs abspielen zu können, benötigt man eigentlich zwei  Plattenspieler, deren Lautsprecher dann jeweils dem rechten oder linken Ohr zugeordnet werden sollen. Nachdem man die Lautstärke entsprechend der Handlungsanweisung eingestellt hat, können beide Platten gleichzeitig gestartet werden. Die eine läuft durch, während die zweite aus einem Dutzend Endlosrillen besteht. Sobald man das Ende eines Loops erkennt, darf man die Nadel in den nächten hebeln. So ergibt sich bei jedem Abspielen eine neue Variante.

Leider habe ich keine zwei Schallplattenspieler zu Hause herumstehen. So habe ich einfach mal versucht mit einer kostenfrei verfügbaren Software eine leider digitale Aufnahme dieser eigentlich parallel laufenden Klangereignisse aufzunehmen. Das steht so zwar nicht in der Instruktion, aber irgendwie muss man sich ja helfen.

Zu hören sind auf beiden „Kanälen“ verschiedene abstrakte Lautäußerungen aus der Kehle der gehörlosen Klangkünstlerin Christine Sun Kim, aber auch so etwas wie leises Schnipsen oder Schleifen. Die Loops scheinen aus einzelnen Passagen der durchlaufenden Sequenz entnommen zu sein. Denn wenn der Zufall es will, ergänzen sich zwei gleich klingende Passagen zu einem rhythmischen Zusammenspiel.
Das klingst dann ungefähr so:
Christine Sun Kim & Wolfgang Müller – Panning / Fanning (monarch rmx)

Das Konzept erinnert an die „5. unsichtbare LP“ der Künstlergruppe Die Tödliche Doris (1980 – 1987), die von Wolfgang Müller mitgegründet wurde: diese entsteht durch das parallele abspielen der beiden zusammen aufgenommenen aber getrennt veröffentlichten Alben „Unser Debut“ und „Sechs“. Nur daß das damals keiner gemerkt hat, erst als die „5. unsichtbare LP“ mit erklärenden Postern promotet wurde, war die Idee zu erkennen.

ChristineSunKim

Ende letzten Jahres wurde übrigens der Wollita-Kulturpreis von Martin Schmitz, Françoise Cactus und Wolfgang Müller an die New Yorker Künstlerin Christine Kim Sun verliehen. Ungefähr zur gleichen Zeit fand im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin, die Ausstellung „Gebärde Zeichen Kunst – Gehörlose Kultur / Hörende Kultur“ statt, in der sowohl diese Doppel-7″ erstmals präsentiert wurde (obwohl sie erst im darauf folgenden Jahr 2013 veröffentlicht wurde). Während der Ausstellungseröffnung war eine Performance der New Yorker Künstlerin live zu erleben, deren filmische Dokumentation in den darauf folgenden Tagen dort zu sehen war. Mittels Computer und während der Performance zusammen mit dem Publikum gespannten Drähten wurde der Raum zum klingen gebracht – für Hörende und Gehörlose.

Abschließend noch eine Anmerkung von Christine Sun Kim zu „Panning / Fanning“, nachzulesen auf dem Beipackzettel dieser Doppel-7″:
Both fanning and panning have a very similar hand motion in american sign language, I often associate blown air with high bass, and the forte symbol on the cover art presents itself as three different kind of „loundess“.

GZ,
11/2013

Annas Laden

November 22, 2013

seance

Vor zwei, drei Wochen bin ich das erste Mal an diesem neu gestalteten Schaufenster eines leerstehenden Ladenlokals vorbei gekommen (irgendwann gab es hier mal ein Gemüsegeschäft). Auf der Fensterscheibe wurden handgemalte Lettern aufgeklebt: „Serafinas spiritistischer Salon“ heißt es da. Die im Raum verteilten Möbel und Gegenstände wirken wie aus dem beginnenden letzten Jahrhundert. Auf einem ovalen Tisch wurden Handschuhe drapiert. Ich assoziiere eine Séance. Im anderen Fenster sind auf einem Tischchen Glasschalen mit abgeschnittenen Haaren platziert worden. In der Tür ist auf Zetteln mit altmodischer Handschrift zu lesen:

Serafinas spiritistischer Salon
Ausstellung von Anna Peschke
Performance mit Gastkünstlern 3.- 7. Dezember

Desweiteren:

Sind Spiritismus und Okkultismus wirksame Methoden, um gegen die transzendentale Obdachlosigkeit anzukämpfen oder nur eine „Metaphysik der dummen Kerle“ (Th. Adorno) ?

Keine Ahnung, was das alles zu bedeuten hat, aber es schaut interessant aus.

Ergänzung:

Bis zum 7. Dezember 2013 wird der Salon täglich zwischen 15 und 18 Uhr geöffnet. Die anwesende Künstlerin macht auch gerne Aurafotos von und für die einzelnen Besucher.

Die Performances mit Gastkünstlern finden vom 4. bis 7. Dezember 2013 jeweils um 20 Uhr statt.

(Gesehen in der Greifswalder Straße 36, 10405 Berlin, Germany)

serafina

GZ,
22.11.2013,
ergänzt am 30.11.2013

Zebra Woman

Oktober 17, 2013

ZebraFfm

Ein kleiner Aufkleber, gesehen in der Bornheimer Landstraße, 60316 Frankfurt am Main, Germany, 13.08.2006

Niemand wird überwacht

Oktober 12, 2013

AufkleberKeinePanik

„Und dann habe ich gesagt … keine Panik, niemand wird überwacht, das haben wir schriftlich!“. – Ein kleiner, lustiger Aufkleber, gesehen auf dem Alexanderplatz an der Straßenbahn-Haltestelle Gontardstraße, 10178 Berlin, 09.10.2013

Rot / Grün / Braun / Schwarz

August 26, 2013

BTW1983_3

Diese Schwarzweissfotos aus dem Jahr 1983 zeigen zwei damals gesichtete Plakate zur Bundestagswahl. Oben zu sehen ein Siebdruck (oder wurde da durch Schablonen gesprüht?) unbekannter Urheber mit dem schönen Text „bei ROT bleibt man stehn / bei GRÜN kann man gehn / BRAUN ist der KOT / und / SCHWARZ der TOD“ (gesehen auf der Sieboldshöhe in Würzburg, ungefähr eine Bushaltestelle vom damaligen Standort der Fachhochschule für Gestaltung entfernt).

Unten ein von mündigen Bürgern ergänztes Plakate der bayerischen Partei CSU (gesehen am Stadttheater Würzburg, dem jetzigen Mainfrankentheater).

BTW1983_2_FJS

Miss.Tic Présidente

Juni 16, 2012

Jorinde Reznikoff und KP Flügel – BOMB IT, MISS.TIC!
Mit der Graffiti-Künstlerin in Paris

(Taschenbuch, Kleine Bücherei Nautilus, 2011)

In Hamburg kennt man die AutorInnen Reznikoff und Flügel als MacherInnen der Neopostdadasurrealpunkshow auf Radio FSK (Freies Sender Kombinat). Und irgendwie scheinen die beiden etwas mehr als frankophil zu sein. So haben sie in ihrer Radio-Sendung über französische Musikfestivals berichtet oder das Label Le Son du Maquis porträtiert und die Komponistin Eliane Radigue interviewt.

In diesem handlichen Taschenbuch wird nun die Pariser (Street Art) Künstlerin Miss.Tic (* 1956) in ihren eigenen Worten vorgestellt, eine Frau, die sich von keiner politischen Richtung vereinnahmen läßt und auch von mancher Feministin angefeindet wurde. Das editierte Interview (die Fragen wurden weggelassen) wird durch ausgewählte Zitate anderer Künstler und Autoren ergänzt. Da taucht dann neben französischen Schriftstellern und Philosophen auch mal ein Gabi Delgado-López (Deutsch Französische … äh nee … Deutsch Amerikanische Freundschaft, natürlich) auf oder John Lydon (Public Image Limited) und Lydia Lunch (Teenage Jesus And The Jerks, 8 Eyed Spy). Da kommt etwas die Vorliebe der AutorInnen bzw. HerausgeberInnen für Post Punk und No Wave durch.

Vor der Lektüre dieses Buches kannte ich die Künstlerin Miss.Tic gar nicht. In den 1980er Jahren machte sie ihre ersten Ausstellungen indem sie mittels Schablonen ihre (Frauen-) Figuren an die Wände im öffentlichen Raum sprühte. Zahlreiche Schwarzweiss-Abbildungen zeigen ihre Text-Bild-Montagen, die voller Wortspiele und Anspielungen zu strotzen scheinen. Schade, daß ich mit der französischen Sprache nix am Hut habe (warum habe ich damals in der Schule nur Latein gebüffelt?). Gottseidank werden diese Spielereien in der Übersetzung der Bildtexte erklärt.

Empfehlenswertes Buch, nicht nur für Leute, die sich für Street Art interessieren.
Denn Kunst ist überall!
Auf Mauern, Bauzäunen und sogar in Galerien…

GZ,
13.06.2012