Posts Tagged ‘Fluxus’

Fundbureau

März 14, 2013

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Brandstifter – Asphaltbibliotheque
Dokumente aus einem Fundzettel-Archiv in Bild und Text
(96 Seiten, Ventil-Verlag, ISBN 978-3-95575-004-6)

Den Brandstifter kennt man nicht nur als Solomusiker, der live vom Bügelbrett trashique Pop-Perlen präsentiert oder bei der Darmstädter Band The Dass Sägebett Gitarre spielt, sondern auch als sogenannten bildenden Künstler. Seit zirka 15 Jahren beschäftigt er sich mit im öffentlichen Raum vorgefundenen Zetteln und transformiert diese zu Kunst, verbunden mit absurder Bürokratie und nicht ohne Humor. Zuerst wurden diese Fundstücke mit dem Laubbläser in die Galerie befördert, mittlerweile ist Brandstifter mit seiner fluxen Konzeptkunst dada angekommen wo alle Kunst ihr Ende findet: im Museum. Nicht nur in Mainz hat er Aktionen mit seinen Zetteln veranstaltet sondern u.a. auch in Berlin und New York.

Im Ventil-Verlag erschien vor kurzem nun ein dünnes Buch, in dem diese 15 Jahre  dokumentiert werden. Der allseits geschätzte Martin Büsser (1968–2010) liefert das Vorwort. Den Rest erzählt Stefan Brand kurz selbst und viele Fotos zeigen, was die Straßen so hergeben. Das liest man gerne und macht neugierig auf kommende Aktionen.

Am besten direkt beim Erzeuger oder beim Brandstifter bestellen!

GZ,
14.03.2013

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4’33“ flashmob

Dezember 30, 2012

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John Cage – 4’33“
(Various Artists, Berlin, Alexanderplatz, 30.12.2012, kurz nach 15 Uhr)

Heute nachmittags  fand auf dem Berliner Alexanderplatz neben der Weltzeituhr ein sogenannter 4’33“ flashmob statt – der laut Ankündigung auf Facebook „den würdigen Abschluss des John Cage Jahres bilden“ sollte.

Wie instruiert tauchten einige Leute mit verschiedensten Instrumenten auf, auch Kinder mit Blockflöten waren mit von der Partie. Unterteilt in drei Sätze und dirigiert von Tomomi Adachi spielten sie nichts. So konnte man sich ganz der akustischen Kulisse dieses belebten Verkehrsknotenpunkts widmen und der vorbeifahrenden Tram, der S-Bahn, dem großstädtischen Grundrauschen, dem unnötigen Zwischenapplaus, der vom Pyramiden-Treff herüberziehenden Schlagermusik, der Sirene eines Einsatzfahrzeuges oder der Touristin lauschen, die ihrer Begleitung in fremder Zunge erklärte, was es mit diesem Klassiker der Moderne und diesem John Cage (05.12.1912 bis 12.08.1992) so lustiges auf sich hat.

Nach knapp fünf Minuten war der Spuk flux wieder vorbei.

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