Posts Tagged ‘Free Jazz’

Plöpp Sounds 34

April 2, 2017

Neue Sendung von Sommer & Herbst ohne Motto und all mixed up.
Einfach selbst hören!
Und zwar hier:
Plöpp Sounds 34

Playlist:

01 The Delegators – Nowhere To Run
02 Mickey Murray – Shout Bamalama
03 Stella Chiweshe – Mese Maikwana
04 The International Noise Conspiracy – Capitalism Stole My Virginity
05 Kristof Schreuf – Bourgeois With Guitar
06 Motörhead – Killed By Death
07 The Remote Viewers – Screens And Uniforms
08 Jung An Tagen – Der klare Blick
09 Mouse On Mars – Schunkel
10 Patrick Pulsinger – City Lights Pt. 2 (City of Starsign)
11 Paka – Conquête (Version III)
12 Gil Scott-Heron – „B“ Movie
13 Orchestre Poly-Rythmo de Cotonou – Iya Me Dji Ki Bi Ni
14 Codona 3 – Clicky Clacky

Getränk dieser Sendung: 2014er Gau-Odernheimer Spätburgunder vom Weingut Becker Landgraf
Dauer: ca. 71 min.
Moderation: Sommer & Herbst
Recorded 31.03.2017 at Plöpp Sound Studios Berlin

Plöpp Sounds 33

März 14, 2017

In dieser Sendung geht es bei Sommer & Herbst wieder ziemlich bunt zu: Vom Kraftwerk covernden Streichquartett über flotten Hillbilly und funky Soul bis hin zu Free Jazz.

Ruckzuck hier zu hören:
Plöpp Sounds 33

Playlist:

01 Balanescu Quartet – Model
02 zeitkratzer – Ruckzuck
03 Bad Livers – Lust For Life
04 The Brothers Johnson – Strawberry Letter 23
05 Petter Eldh/Christian Lillinger/Wanja Slavin/Peter Evans – Als Sozialist geboren
06 London Underground – Rise And Fall
07 Golden Diskó Ship – Abandoned Chinese Fishing Village
08 Vestigial – Summoned By Panopticonian Flames
09 Andrew Pekler – Cool Symmetries/Ascending Vortices
10 Kreisky – Aber Andererseits:
11 AMR – Perso Nel Mio Vuoto
12 The Peter Brötzmann Octet – Music For Han Bennink

Getränk dieser Sendung: 2016er Cabernet Sauvignon
Dauer: ca. 79 min.
Moderation: Sommer & Herbst
Recorded 10.03.2017 at Plöpp Sound Studios Berlin

Souvenir du Free Jazz (2)

Dezember 14, 2014

jazzhats

Erinnerungsstücke in Form verschiedener Aufkleber an die 12., 13. und 14. Leipziger Jazztage 1987 –1989.

Mehr zu lesen gibt es hier:
Stefan Hetzel über die 12. Jazztage Leipzig 1987
mr.boredom über 5 Tage DDR

Vor dem Konzert

Januar 19, 2014

UrbanLouis

Blick durchs Fenster, ungefähr 70 Minuten vor dem Konzert der Free Jazz Band BAUER 4 (Konrad aka Conny Bauer, Johannes Bauer, Matthias Bauer, Louis Rastig) im Urban Spree, Berlin-Friedrichshain, 18.01.2014

Best of 2013

Dezember 17, 2013
eastley

An aeolian harp on top of a former water tower,
part of Max Eastley’s sound installation Aeolian Circles.

Schon seltsam, im Lauf der Zeit werden meine Listen mit den Lieblingen des Jahres immer kürzer. Nunja, egal, hier nun wiedermal ein Überblick über die Sachen aus dem Jahr 2013, die mir irgendwie gut gefallen haben. Hipsterkinderkram müsst ihr woanders suchen.

Alben
Laurent De Schepper Trio – Aquanaut
Woog Riots – From Lo-Fi To Disco!

Konzeptkunstvinyl
Christine Sun Kim / Wolfgang Müller – Ranging From Panning To Fanning

Maxi-Single
Die Tödliche Doris – Stopp (Der Information) (Vollendet von Namosh 2012)

Wiederveröffentlichung
Max Müller – Alt Und Schwul

Bestgelaunte Musik
Orchestre Miniature in the Park – Der Sommer ist da EP

Denkwürdige Konzerte
Jerry Dammers‘ Spatial Orchestra
(25.02.2013, Haus der Kulturen der Welt, Berlin)
Auf / Shellac
(29.05.2013, Berghain, Berlin)

Tolles Festival
A L’Arme Festival Volume II – Avantgarde Jazz
(08.-10.08.2013, Radialsystem V, Berlin)

Bestes Lied im Burt-Bacharach-Gedächtnis-Sound
Julia Holter – This Is A True Heart

Sound Museum
Max Eastley – Aeolian Circles
(Singuhr Hörgalerie, Großer Wasserspeicher, Berlin)

Musikdokumentation
Ralf Schuster – Wer komponiert ist ein Idiot

Buch
Wolfgang Müller – Subkultur Westberlin 1979-1989

Trauer
15.08.2013 Almut Klotz
18.09.2013 Lindsay Cooper
23.09.2013 Paul Kuhn
19.10.2013 Ronald Shannon Jackson
27.10.2013 Lou Reed

Idiot.

Juni 4, 2013

SchusterHetzelIdiot

Wer komponiert, ist ein Idiot.
(Ralf Schuster, Musik-Dokumentation, 15 min., 2013)

Der Autor, Blogger, Musiker und Komponist Stefan Hetzel (*1966) hat seit den 1980er Jahren schon so manches auf die Beine gestellt und auch veröffentlicht – in Fanzines und Zeitschriften, auf Cassette und CD sowie in den unendlichen Weiten dieses Netzes, auch so manches Foto. Beeinflusst u.a. vom (Free) Jazz und Minimal Music improvisiert und komponiert Hetzel gleichermaßen.

Im März 2013 hat nun sein „Kumpel“ und Filmemacher Ralf Schuster ein kurzes Portrait dieses Herren vollführt, das Hetzel in seinem Eibelstädter Musikzimmer zeigt und vor allem seine Art zu  komponieren thematisiert. Heutzutage fröhnt Stefan Hetzel elektronisch generierter sogenannter Neuer Musik, wobei er beim Komponiervorgang sein MIDI-Keyboard in improvisierender Weise nutzt. Diese Arbeitsweise wird von Hetzel eloquent erklärt, auch Einflüsse werden offen gelegt, ebenso die Hoffnung, dass seine Kompositionen durch einen konventionellen kammermusikalischen Klangkörper (KKK) aufgeführt werden, obwohl das eigentlich garnicht nötig ist, da ja längst elektronische Möglichkeiten existieren. Momentan kommt vorwiegend der ePlayer zum Einsatz. Zum Thema Technik und Komponieren werden Ausschnitte aus seinem dreiteiligen Filmessay „Komponieren heute“ in diese Dokumentation eingestreut.

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Schuster und Hetzel bei einer Besprechung in Berlin

Im Film sieht man Stefan Hetzel auf dem Weg zum Bus, bei sich zu Hause, Kaffee trinkend, aber vor allem auf seinem Sofa im Gespräch mit einem Doktor der Musik im Rock’n’Roll-Look (der allerdings nur zweimal als Stichwortgeber ins Bild kommt), in seinem Studio, aber auch mit anderen Musikern in einer Galerie frei improvisierend. Zu hören ist das kammermusikalische Stück „2008“, das durch hypnotische Passagen glänzt. In den Redepausen streift die Kamera durch die Küche, in der nicht experimentiert wird, dafür aber im benachbarten Musikzimmer mit all dem Equipment, philosophische Bücher kommen ins Bild, auch eines über autonome Kunstkritik. Schön auch die sich zur Musik amorph bewegenden Trickfilmfiguren, welche die Handschrift von Ralf Schuster tragen. Im Abspann noch eine Impression der heimischen Mainschifffahrt.

Es gäbe sicherlich noch viel mehr zu erzählen über diesen unterfränkischen Komponisten, dennoch konzentriert sich diese Dokumentation auf das Thema Komponieren und wühlt nicht in der Vergangenheit. Das tut diesem Kurzfilm gut. Es lohnt sich, diesen Typen kennenzulernen. Anschauen!

Der Film von Ralf Schuster:
Wer komponiert ist ein Idiot.

Das Filmessay von Stefan Hetzel:
Komponieren heute

Dessen Blog:
Weltsicht aus der Nische

Seine Homepage:
www.stefanhetzel.de

Souvenir du Free Jazz

Mai 9, 2013

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Erinnerungsstücke an die 14. Jazztage Leipzig 1989:
zwei kleine Badges bzw. Anstecknadeln und Eintrittskarten.

Mehr zu lesen gibt es hier:
Stefan Hetzel über die 12. Jazztage Leipzig 1987
mr.boredom über 5 Tage DDR

My First Moers Festival

November 11, 2012

Im Jahr Zweitausendeins fand am Niederrhein das 30. Moers Festival statt. Am Anfang eines neuen Jahrtausends konnte ein rundes Jubiläum gefeiert werden. Nachdem ich nun selbst am Rhein wohne und mich nur 30 Autominuten von Moers trennen, fiel mir die Entscheidung nicht schwer, dort mal vorbeizusehen. Für mich war das 30. somit mein erstes.

Vom einstigen kleinen Free Jazz Spektakel hat sich das Moers Festival zu einem großen Kessel Buntes mit angeschlossenem Pfingstzeltlager entwickelt. Der Begriff  „New Jazz Festival“ ist heute bezeichnenderweise nur noch im Untertitel zu finden.

Erfreulich ist dagegen, dass sich dieses Festival im Laufe der Zeit für Musiken jenseits des Jazz geöffnet hat – in Richtung Art Rock, Elektronik und (leider) auch verstärkt der sogenannten Weltmusik.

Für mich war das 30. Moers Festival allerdings durch solche Namen interessant geworden, die man seit über 20 Jahren liebt und / oder schätzt und die man bereits ‚damals‘ hätte live erleben sollen: Defunkt, Robert Wyatt, David Thomas, Fred Frith und schließlich The Residents. Letztere hatten mit Jazz nun wirklich noch nie etwas am Augapfel.

Anfang der 80er Jahre schufen Defunkt ihren eigenen Sound von Funk Rock, der anfangs durchaus dem damaligen No Wave nahe stand. Über zwanzig Jahre später formierten einige wenige Mitglieder aus den Anfangsjahren mit Musikern, die in den frühen 90er Jahre hinzu gestoßen sind, als DEFUNKT BIG BAND. Die Bläser wurden personell deutlich aufgestockt. Und irgendwie kam es mir so vor, als ob die beiden Bowie-Brüder Joseph und Byron es vorzogen, ihre teilweise jüngeren Mitmusiker spielen zu lassen und sich lediglich auf das singen oder das Dirigieren der Truppe zu beschränken. Trotzdem funkte und rockte das Zelt am späten Nachmittag.

Apropos Dirigieren: auf so einem Festival kann man ja die verschiedensten Varianten des Dirigierens beobachten. Besonders wichtig schien diese Tätigkeit bei DR. NERVE gewesen zu sein, die zusammen mit dem SIRIUS STRING QUARTET auf der Bühne standen. Zuerst gab sich das Sirius String Quartet kammermusikalisch, aber schon bald gesellten sich die Musiker von Dr. Nerve hinzu und boten dann eine Achterbahnfahrt, vom Streichquartett-Klang ausgehend über Free Jazz zum Artrock mit einem Kurzbesuch beim Heavy Metal. Was stellenweise free klang war allerdings wohl auskomponiert. Wie es sich für einen Mathematiker wie Nick Didkovski gehört, ist die Musik von Dr. Nerve sehr durchstrukturiert. Nichts wird dem Zufall überlassen. Zuerst dirigierte Didkovski selbst – mit vollem Körpereinsatz und geballter Faust. Aber als er dann selbst zur Gitarre griff, musste abwechselnd jeder Musiker, der gerade eine kurze Spielpause hatte, das Metrum anzeigen. Nur nicht aus dem Takt kommen! Trotzdem eine energiegeladene, abwechslungsreiche Darbietung, immer wieder von den scharfen Bläsersätzen durchschnitten oder von Nicks heavy Gitarre geerdet. Sein relativ kurzes Gitarrensolo gegen Ende der Performance wurde auch prompt vom Publikum mit einem Szene-Applaus belohnt.

Wobei wir zu einem der widerwärtigsten Rituale auf einen Jazzfest gekommen sind: Die Unsitte des erfahrenen, langjährigen Festival-Publikums, eine solistische Leistung unbedingt laut beklatschen zu müssen. Dass dabei so manch interessantere, nachfolgende leisere Übergangspassage übertönt wird, leuchtet diesen Leuten nicht ein. Ebensowenig, dass selbstgefälliges, virtuoses Rumgewixe musikalisch vollkommen uninteressant ist.

Bei SUPERSILENT habe ich mich gefreut, dass endlich mal auf der Hauptbühne vier Musiker zusammen (!) improvisieren. Und zwar nicht um ihre Solos nacheinander runter zu nudeln, sondern um Klanglandschaften entstehen zu lassen, die ästhetisch dem Ambient oder gar dem Clicks+Cuts-Sound näher stehen als dem Jazz. Schlagzeug, Keyboards und Trompete wurden elektronisch verfremdet und fügten sich zu einem kompakten Konglomerat zusammen, das in zwei Teilen dargeboten wurde. An einer Stelle klang es für mich kurz mal so, als wollten die vier Norweger den Sound von Sigor Ros veralbern. Aber das habe ich mir sehr wahrscheinlich nur eingebildet. Als der Schlagzeuger einmal etwas kräftiger auf die Felle schlug, wurde dies vom Publikum gleich für ein Solo gehalten und eifrig beklatscht. Unglaublich!

Auf der Hauptbühne fanden solch interessanten, zeitgemäßen Darbietungen leider selten statt. Experimentiert wurde fast nur innerhalb der vormittäglichen Projekte, z.B. in der abseits der Zeltstadt durchgeführten „electric lounge“. Hier wurde unter der konzeptionellen Leitung von Frank Schulte live und unter Einbeziehung moderner elektronischer Mittel kollektiv improvisiert. Wobei hier unterschiedlichste Künstler aus verschiedenen Ländern und Generationen drei Tage lang zusammen arbeiteten. Reine Samplingkünstler trafen hier auf Musiker, die Gitarre oder Cello als Basis ihrer Klangerzeugung verwenden. Dank Schulte fand alles innerhalb eines fest gefügten Zeitplanes statt. Jeder wußte, wann er mit wem zusammen im Duett improvisieren und wann wieder mal alle zusammen ans Werk gehen sollten. Das war dann wirklich kurzweilig, auch wenn man insgesamt drei Stunden (unterbrochen von zwei Pausen) Musikern wie Gry Bagoien, Jakob Kirkegaard, Lorenzo Brusci, Andreas Bosshard, David Shea, Anne Krickeberg oder Fred Frith zuhörte. Erstaunlich vor allen die kollektiv improvisierten Drones!

Ein paar Stunden später improvisierte FRED FRITH dann schon wieder solo auf der Hauptbühne des Festivals. Und es ist immer noch interessant und spannend zu sehen, wie Frith mit Hilfe seiner Gitarre, verschiedenster Alltagsgegenstände (aus den Bereichen Heimwerk und Küche) sowie einiger nachgeschalteter elektronischer Geräte seine Soundscapes entstehen lässt. Dabei kommt er ohne grundlegende Überraschungen aus, unterschreitet seinen gewohnten Qualitätsstandard allerdings nicht.

Das Projekt SOUPSONGS war ganz und gar der Musik von Robert Wyatt gewidmet. Wyatt war zwar nicht persönlich präsent, steht aber voll hinter diesem Projekt um Annie Whitehead, wie man in den liner notes zu deren Live-Doppel-CD nachlesen kann. Nach dem etwas gewollt wirkenden World-Music-Meets-Jazz-Projekt Tukki empfand ich diese song-orientierte, typisch englische Musik besonders erfrischend. Stellenweise driftete die zum Teil aus alten Weggefährten von Robert Wyatt bestehenden Band geringfügig ins überambitioniert-jazzige ab. Aber das ist zu verzeihen. Schließlich stellten solch herrlichen Musiker wie Julie Tippetts, Lol Coxhill oder Ian Maidman ihr Können ansonsten ganz in den Dienst der Wyatt’schen Songs. Hierbei ergab sich ein schöner Querschnitt durch drei Jahrzehnte der neueren Pop-Musikgeschichte.

In eigener Sache war DAVID THOMAS unterwegs. Unterstützt wurde er hier keineswegs von Pere Ubu sondern von den TWO PALE BOYS, die mit Gitarre, Trompete und Electronics die Basisarbeit für seine Songs erledigten. Thomas sang, spielte ab und zu Akkordeon oder stieß in ein Blasinstrument. Zwischendurch nahm er immer wieder mal einen Schluck Cognac aus dem Flachmann (!) oder griff zum Bierglas. Bei David Thomas weiß ich allerdings nicht so recht, ob man diesen Mann mit Übergewicht und Alkoholproblemen bemitleiden oder sich einfach nur an seinen in urbaner Bluesstimmung gehaltenen Songs erfreuen soll. Irgendwie befremdlich.

Am Ende des letzten Festivaltages präsentierten dann THE RESIDENTS ihre erste Digital Video Disc „Icky Flix“. Wobei streng genommen kaum etwas neues auf diesem Speichermedium geboten wird. Denn die Residents haben die neuen Möglichkeiten der DVD sofort erkannt und die Gelegenheit genutzt, um Videos aus den letzten drei Jahrzehnten darauf zu veröffentlichen. Gleichzeitig wurde die Musik zu diesen Filmen neu eingespielt, um sie im zeitgemäßen Dolby Surround Sound wiedergeben zu können. Wer einen DVD-Player sein Eigen nennt, kann sogar zwischen altem und neuem Soundtrack wählen. Wer sich die CD-Version von „Icky Flix“ zulegt, muss sich allerdings mit dem Stereo-Mix der neu eingespielten Musik begnügen. Tja, so ist das Leben.

Live boten die Residents – wie hätte man es anders erwartet – eine perfekt inszenierte Show. Auf einer Leinwand über der Bühne wurden die Filme gezeigt, während auf der Bühne die vier Residents zusammen mit zwei Gäste hinter silbergrau bespannten Paravents ihre vorwiegend elektronische Musik zum besten gaben. Nur der mit einer skurrilen Maske versehene Sänger sowie die plakativ geschminkte und eine großen Perücke tragende (Gast-) Sängerin trauten sich während der Show hinter ihrem Sichtschutz hervor. Die anderen Musiker zeigten sich dem Publikum seltener und waren – wie es sich für diese kalifornische Kultband gehört – vermummt. Nach etwa 90-minütiger Show wurde noch ein viertelstündiger Zugabeblock ohne Videoeinspielungen gegeben. Die zum Teil von weit her  angereisten Fans konnten zufrieden sein.

Auch insgesamt durfte man zufrieden mit diesem Moers Festival sein – zumindest wenn man sich den Luxus erlaubte, einfach großzügig auf Programmpunkte zu verzichten, bei denen es klar war, dass sie ins traditionelle (beispielsweise Gianluigi Trovesi und die WDR Big Band; Jeri Brown Quartet) oder ins pseudo-folkloristische (z.B. die beiden kubanischen Bands am Samstagabend oder die African Dance Night Sonntag nachts) abdriften würden. Wenn schon das Festival die Beschränkung auf das Wesentliche nicht leisten kann (wie sollte es auch?!?), muss man halt selbst sein Programmgestalter sein. Und das war dann (für mich) ganz okay so.

GZ,
Juni 2001

(geschrieben für Bad Alchemy 38).

Saxfx

Oktober 4, 2012

Diamond Terrifier live
(Golem, Hamburg, Germany, 21.09.2012)

Als nichtsahnender Neuankömmling im Golem fühlt man sich fast wie in einem dieser Edgar Wallace-Verfilmungen der frühen 1960er Jahre. Oben im Hochparterre befindet sich eine Bar, erst wenn man die Tür hinter der Bücherwand findet, gelangt man in die spärlich beleuchtete Krypta. Hier handelt es sich allerdings nicht um eine Gruft sondern nur um einen profanen, schwarz gestrichenen Keller.

Und wenn man Glück hat veranstaltet Har Ald ein experimentelles Konzert wie an diesem Abend: Sam Hillmer aka Diamond Terrifier bläst einem mit Saxophon und etlichen dahintergeschalteten Effektgeräten den Kopf frei, voller Energie – und beweist am Ende, dass er auch ohne elektronische Hilfsmittel auskommt. Noise und Jazz sind gute Freunde. Herrlich!

Hinweis: Unerhört! 2012

Mai 6, 2012

Unerhört! Musikfilmfestival Hamburg
11. bis 13. Mai 2012

Ihr habt es bestimmt schon mitbekommen, am kommenden Wochenende findet das 5. Unerhört! Musikfilmfestival im B-Movie Kino statt – diesmal wieder als eigenständige Veranstaltung und nicht wie im Vorjahr als Gast bei einem anderen Festival. Zwölf Spieltermine stehen an diesen drei Tagen auf dem Plan, inklusive eines kleinen Asien-Schwerpunkts am Samstagabend mit zwei Filmen über Myanmar und China.

Sonntags gibt es eine dreistündige (!) Matinée mit „Neuer Aktueller Musik“ – mit dabei u.a. ein Kurzfilm über den Free Impro Vocalisten Phil Minton.  Und am Freitag werde ich mir auf jeden Fall die bestimmt interessante Dokumentation über den Free Jazzer Ornette Coleman ansehen.

Auch für sogenannte Indie-Fans ist etwas dabei: Es gibt Filme über Tortoise und das letzte PJ Harvey-Album. Und der empfehlenswerte Liebesfilm „The Ballad Of Genesis And Lady Jaye“ über Genesis P-Orridge, Jaye Breyer, Industrial Music, Kunst und Plastische Chirurgie wird hier ebenfalls gezeigt (obwohl er schon auf mehreren Festivals lief, auch in Hamburg).

Weitere vertretene Musikrichtungen: Afrobeat, Kuduro, Neue Musik, Pop, Punk, Rap etc.

Check out!
www.unerhoert-filmfest.de