Posts Tagged ‘Kommerz’

Wer Fördert Was?

September 16, 2012

Leslie Franke und Herdolor Lorenz haben ein neues Filmprojekt. Nachdem sie u.a. in den Dokumentarfilmen „Bahn unterm Hammer“ und „Water Makes Money“ nicht nur erklärt haben, wer denn nun wirklich vom Börsengang oder den sogenannten Public Private Partnerships profitiert, ist nun der Banksektor an der Reihe. Der geplante Titel läßt ahnen um was es geht: „Wer Rettet Wen? – Wie wir die Risiken des Finanzmarkts tragen“.

Zitat aus dem Aufruf, mit dem zur Unterstützung dieser Filmproduktion geworben wird:
Viele Menschen ahnen, dass da etwas schief läuft. Sie fühlen sich ausgeliefert, weil sie das Spiel der Milliarden nicht verstehen. Doch Demokratie hat angesichts der Macht des Finanzmarkts nur eine Chance, wenn Bürger anfangen, ihre Interessen in dem „Spiel der Milliarden“ zu erkennen, die wesentlichen Strukturen und Mechanismen des Finanzkapitals zu durchschauen. Der Film „Wer Rettet Wen“ wird ein Werkzeug dazu sein.

Näheres zum Inhalt dieses geplanten Filmes sowie die Möglichkeiten ihn finanziell zu unterstützen kann man hier nachlesen:
www.wer-rettet-wen.org
Auf dieser Site kann man sich auch einen Teaser anschauen.

GZ,
16.09.2012

Werbeanzeigen

Transparenter Journalismus

Mai 9, 2011

Manche Blattmacher scheinen ziemlich dreist und faul zu sein. Da kann es schon mal passieren, dass man in einer Stadtillustrierten auf eine Doppelseite stößt, auf der links zwei Vorankündigungen zu finden sind und rechts die Anzeigen dazu. Im redaktionellen Teil werden exakt die gleichen Bildmotive verwendet wie in den beiden Werbeanzeigen. Okay, dass es einen Zusammenhang zwischen bezahlter Werbung und redaktionell hervorgehobenen Beiträgen gibt ist ein alter Hut. Aber muss man es denn so offensichtlich machen? Hält man seine Leser für so doof, dass man sich keine Mühe mehr machen muss, die Anzeigen ein wenig besser im Heft zu verteilen? Rechnet man gar damit, dass sich eh keiner für Theater interessiert? Oder war man schlicht zu faul nach alternativem Bildmaterial zu suchen? Als zahlender Leser fühle ich mich hier nicht ernst genommen und sogar etwas beleidigt.

Oben genanntes Beispiel stammt nicht aus irgendeinem provinziellen Gratis-Blättchen sondern aus der aktuellen Ausgabe der Szene Hamburg (Ausgabe Mai 2011, Seiten 50/51). Peinlich!

Goldgrube Wasser

März 21, 2011

Water Makes Money – Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen
(Dokumentarfilm, Deutschland, 2010, 90 Minuten)

Wasser ist einfach lebenswichtig und eigentich unbezahlbar. Wie internationale Konzerne mit undurchsichtigen Geschäftsmodellen Geld damit machen zeigt dieser Film, der im September 2010 Kino-Premiere hatte und am kommenden Weltwassertag im Fernsehen auf arte gezeigt wird.

Beginnend in Frankreich, der Heimat von Veolia und Suez, erklären die Filmemacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz, wie dieses sogenannte Private Public Partnership (PPP) funktioniert. Die Kommune erhält ein „Eintrittsgeld“ vom privaten Partner und kann sich erstmal finanziell saniert fühlen. Dummerweise lastet dieser versteckte Kredit auf dem Verbraucher und wird von diesem dann mehrfach bezahlt. Die Wasserpreise steigen, gleichzeitig wird die Wartung zurückgefahren und die Qualität des Wassers verschlechtert sich. Die privaten Firmen haben kein Interesse an extrem langfristigen Investitionen in die Infrastruktur. Statt von der Quelle an sauberes Wasser zu produzieren und den ökologischen Landbau in Wasserschutzzonen zu unterstützen, setzen die Konzerne lieber auf Filtertechnik und der Zugabe von Chlor im (französischen) Leitungswasser.

Dank eines weit verzweigtes Lobbynetzes, das bis in die Forschung reicht, wurde Veolia die Nummer 1 auf dem weltweiten Wassermarkt. In Deutschland ist Veolia in 300 Gemeinden beteiligt, u.a. in Braunschweig. Aber die Rekommunalisierung ist mittlerweile weltweit Trend, auch in der Veolia-Hochburg Paris. Und Beispiele wie Augsburg oder München zeigen, welche positiven Effekte es hat, wenn die Wasservervorgung in öffentlicher Hand bleibt.

Der Konzern Veolia hat gegen die Filmemacher übrigens rechtliche Schritte eingeleitet. „Man klage gegen den Vorwurf der Korruption, vor allem die Verwendung des Begriffs „Korruption“ im Film“, heißt es in einem elektronischen Rundschreiben der Filmemacher vom 18.02.2011. Und trotz des telefonischen Protests des Suez-CEO bei der Präsidentin von arte hält diese Fernsehanstalt an dem Sendetermin fest. Man darf gespannt sein, wie diese Sache ausgeht und ob dieser Film dann noch verbreitet werden darf. Aber das wird noch etwas dauern. Also schnell den Fernseher einschalten, ins Kino gehen oder die DVD einschieben.

Trailer:
www.youtube.com/watch?v=CVqGOnm4A78

Weitere Aufführungen siehe:
www.watermakesmoney.org

Weitere Infos bei KernFilm