Posts Tagged ‘Kraftwerk’

Zeitgeist Berlin Atonal

Juni 23, 2013

Berlin Atonal

Berlin Atonal versus Zeitgeist Berlin
(gesehen an der Danziger Straße, Ecke Kniprodestraße, 10407 Berlin-Prenzlauer Berg)

Seit ein paar Tagen fahre ich an diesem Berlin Atonal-Plakat vorbei, das außer einem Dutzend Großbuchstaben keine weiteren Informationen enthält. Berlin Atonal, das war doch so ein Festival in den 1980er Jahren, denke ich mir uns radle verwundert weiter. In der Tat wurde dieses Festival 1982 gegründet (von Dimitri Hegemann, Tresor) und fand das letzte Mal 1990 statt. Nun wird es „relaunched“. Ende Juli 2013 werden im Heizkraftwerk Mitte an sechs Tagen Künstler wie Glenn Branca, Frieder Butzmann, Jon Hassell oder Z’EV u.v.m. auftreten.

Das gesamte Programm kann man bei Berlin Atonal direkt begutachten.

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Komputer in Düsseldorf

Juni 19, 2010


Komputer live
(Stahlwerk, Düsseldorf, ca. 1998/99)

Jede Stadt hat ihr eigenes und manchmal auch eigenartiges Konzert-Publikum, beispielsweise Düsseldorf. Als ich dort Ende der 1990er Jahre einmal zu Besuch war, hatten wir die Idee ein Konzert der englischen Elektronik-Band KOMPUTER zu besuchen. Die hatte gerade ihre erste Platte „The World Of Tomorrow“ (Stumm162, 1998) auf Mute veröffentlicht. Wie aus anderen Städten gewohnt, sind wir natürlich nicht pünktlich dorthin gegangen. Wer hat schon Lust stundenlang auf die Band zu warten? Als wir dann im Stahlwerk die Treppe hoch gelaufen sind, haben wir uns ein bißchen gewundert, dass es keine Kasse mehr gab. Der Saal war gut gefüllt und die Band, ich glaube es waren nur zwei Musiker an ihren elektronischen Geräten, spielte und warf retro-futuristische Computer-Animationen an die Wand. Ich holte erstmal Bier und als ich dann wieder zurück bei meiner Begleitperson war, endete um genau zehn Uhr plötzlich die Musik. Und keiner klatschte. Unglaublich. Keiner klatschte. Lag es etwa daran, dass Komputer fast genauso wie die Düsseldorfer Kraftwerk klangen?

Aber auch bei anderen Konzerten zeigte sich das Düsseldorfer Publikum eher kühl und nicht besonders begeisterungsfähig, klatschte höflich und ging von dannen.

Demnächst soll es übrigens neue Veröffentlichungen von Komputer geben.

Komputer bei myspace:
www.myspace.com/komputermusik

I Wanna Be A Mama

März 27, 2010

Stereo Total – Baby Ouh!
(LP, Disko B / Indigo, 2010)

Okay, es gibt eine neue Platte dieser Rockgruppe aus Berlin; 16 bis 17 neue Songs im guten alten Stereo Total-Sound. Das ist erstmal nicht so ungewöhnlich und man ist dazu bereit diese Platte vorab schonmal unter „just another Stereo Total record“ abzuheften. Aber dann schaffen Brezel Göring und Françoise Cactus wiedermal zu überzeugen, indem sie Referenzen aufzeigen, die dem Party-Charakter ihrer Musik scheinbar widersprechen, oder indem sie einfach ein paar Klassiker der Pop-Geschichte erfrischend aufarbeiten. Auf der B-Seite covern sie gleich drei Titel in Reihe. Zuerst „Wenn ich ein Junge wär“, ein Lied das durch die Nina Hagen Band bekannt gemacht und schon 1963 von Rita Pavone gesungen wurde. Auch der „Radio Song“ von Udo Lindenberg, in dem so rührend-unmoderne Vokabeln wie „Radio“ oder „Plattencompany“ vorkommen, muss daran glauben. Der Hammer ist allerdings die grelle Einlage von Der Grindchor (Das Original Oberkreuzberger Nasenflötenorchester) – spielt da nicht auch Thomas Kapielski mit? – auf „Tour de France“! Ehrfürchtiger Respekt sieht gottseidank anders aus. Der Song „No Controles“ darf einem ruhig spanisch vorkommen, aber so richtig interessant ist eher die Übertragung des Liedes „Voy A Ser Mama“ (Fans kennen beide Songs bereits vom Album „No Controles“) von Almodovar y McNamara aus den frühen 1980er Jahren vom Spanischen ins Englische. War da wirklich Pedro Almodovar mit im Spiel? Kein Wunder bei dem Thema. Wolfgang Müller (ex Die Tödliche Doris) durfte auch wieder textlich etwas beisteuern: „Du bist gut zu Vögeln“ darf zwar vom Partyvolk eindeutig zweideutig und somit für echt lustig gefunden werden – aber Müller ist wirklich an Vögeln interessiert, rein ornithologisch gesehen! Von ihm gibt es ein Blaumeisen-Buch und er hat auch schon mal eine Schallplatte mit Fledermäusen gemacht, aber das gehört nicht hierher. Ansonsten ist „Baby Ouh!“ wieder eine gute Ansammlung von Songs in deutscher, spanischer, englischer und französischer Sprache im treschicen Sequenzer-meets-Rockabilly-Schlagzeug-Sound. Klar, dass da Andy Warhol und Divine auch noch eine Rolle spielen dürfen. Sehr amüsant, das Ganze!

Hier noch eine Non-Album-Kurzversion von “ Wenn ich ein Junge wär“, wie sie im Sommer 2009 im TV zu sehen war:

27.03.2010