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Shadowplay

November 25, 2013

Shdowplay

Hans Castrup – Shadowplay
(CD / DL, Karlrecords, Paracusis Series, KR012, 2013)

Den Osnabrücker Bildenden Künstler Hans Castrup kennen Musikfreunde seit den frühesten 1980er Jahren als Mitglied der Poison Dwarfs, die 1981 ihre erste CompactCassette (MC) – immerhin 10 Minuten lang – und 2012 ihre CompactDisc (CD) „Labil“ veröffentlichten (in unterschiedlichen Besetzungen). „Shadowplay“ dürfte vermutlich Castrups vierte Solo-Veröffentlichung sein.

Auf diesem Album sind ein Dutzend kurzer elektronischer Stücke versammelt, die sich irgendwo zwischen Ambient, Klanggemälden, zeitgenössischer sogenannter Neuer Musik und für mich nicht als solche kenntlichen Feldaufnahmen bewegen. Auch wenn manchmal Sounds von Orchester-Instrumenten zu hören sind, möchte ich nicht von „neo classical“ sprechen, ein Begriff, der mir gleichsam absurd wie paradox  erscheint.

Sorgsam schichtet Castrup die fast statischen, aber sich dennoch stetig veränderden Spuren und Klänge übereinander und erzeugt dadurch Atmosphären, die auf mich spätnächtlich oder fast schon außerirdisch wirken. Man scheint im Dunkeln unterwegs zu sein – ohne daß es düster oder gar depressiv wird.

Das Stück „Oxymoron“ fällt dabei aus dem Rahmen – hier wird am wenigsten „geschichtet“ und es  erklingt eine unverfremdete Stimme sowie luftige Klaviertupfer – eine radiophone Miniatur, die auf Castrups Erfahrung als Hörspielmacher verweist.

Kopfhörermusik.

Dennoch hat der Künstler zu allen Stücken Videos geschaffen, die auf dem labeleigenen Youtube-Kanal abgerufen werden können.

Auf Bandcamp kann man diese Musik käuflich erwerben:
karlrecords.bandcamp.com 

Hier die Verknüpfungen zu den einzelnen Videos:

from here to…

prophecy i/o

oxymoron

departed

turbulence

roundabout

untitled

piece of a fragment

prospective

uncertain memory

a quiet place

caged

Cassettentäter: Markus

Dezember 5, 2011

Oben abgebildete Seite stammt aus der Sonderausgabe des 10.15 Megazine (Edit 7), die parallel zum Cassetten-Sampler „Saturday Night Favourites“ (Klappstuhl Records / Zu Viel Cassetten, 1986) erschien.

Hier war Markus mit dem Titel „Dark Room“ vertreten. Auf seinem eigenen Label Einsame Kultur Erzeuger veröffentlichte er die beiden Tapes „Solo 1982-1983“ (1984) und „Filmmusik 1“ (1985)

Damals lebte er in Osnabrück, heute wohl in Berlin.

Abschrift:

„markus ( geb. 1962 ) kann aus allem Musik machen, was er in die Finger kriegt. Manchmal leiht er sich auch ganz normale Instrumente, und wenn dann noch eine so gute Sängerin wie Hurwineck dazukommt, entsteht so was wie „Dark Room“.
Eigentlich ist das ein Stück Filmmusik, zum „Zebrastreifer“ von Hanno Nehring.
Ansonsten versammelt markus unter seinem Label EINSAME KULTURERZEUGER diverse seltsame Musik, einzige Gemeinsamkeit ist, daß alles nur auf Cassette produziert wird. Wenn er keine Musik macht, so macht er gerade Filme oder Comix oder Fanzines oder Fotos oder rast auf seinem Fahrrad durch Osnabrück.“

(Autor unbekannt)