Posts Tagged ‘Post Punk’

Plöpp Sounds 32 – Post Punk

März 4, 2017

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In dieser Sendung widmen sich Sommer & Herbst dem Post Punk bzw. New Wave. Wenig Sendezeit für ein so großes Thema, dafür um so mehr Lieblingsmusik und all time favourites.

Hier anhören:
Plöpp Sounds 32

Playlist:

01 Young Marble Giants – Include Me Out
02 Liliput – Eisiger Wind
03 Grauzone – Film 2
04 Palais Schaumburg – Rote Lichter
05 Wire – I Feel Mysterious Today
06 Siouxsie & The Banshees – Mittageisen
07 This Heat – Horizontal Hold
08 Swell Maps – Big Maz In The Country
09 The Pop Group – Thief Of Fire
10 Au Pairs – Headache For Michelle
11 Throbbing Gristle – Hot On The Heels Of Love
12 They Must Be Russians – Don’t Try To Cure Yourself
13 Cabaret Voltaire – Western Mantra

Getränk dieser Sendung: Württemberg Lemberger
Dauer: ca. 87 min.
Moderation: Sommer & Herbst
Recorded 18.02.2017 at Plöpp Sound Studios Berlin

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Keine Platte

Juni 24, 2014

Keine Platte

padeluun

KEINE PLATTE
Rondo Fit 13

PHILOSOPHISCHE ENDLOSPLATTE
Einzelbestellungen

Von Xao Seffcheque o.R.a.V.

Gleich mit zwei neuen Produkten wartet padeluun auf, nachdem er die „Neo-Debilitäts“-Phase (padeluun war Mitbegründer dieser Bewegung) beim großen Zick-Zack-Silversterfest abgeschlossen hat und sich nun der ernsten Kunst widmet.

KEINE PLATTE ist zwar „nur“ eine Single; allein macht es ihre weltweite kulturelle Bedeutung zwingend notwendig, sie im gehobenen Teil des Rezensionsbereichs dieses Blattes zu besprechen. Immerhin darf dieses Werk als das weltweit verbreitetste Kunst-Opus betrachtet und nicht gehört werden! Derzeit besitzen weit über viereinhalb Milliarden KEINE PLATTE von padeluun! –

Mit KEINE PLATTE geht der nihilistisch veranlagte padeluun so weit wie mit keiner Platte zuvor; als konsequente Weiterentwicklung der Ideen der späten DaDa- und Post-Dadaisten, die ja bekanntlich auch für das Versenken eines riesigen Metallstabs als geistige Urheber zu betrachten sind. Im Zeitalter der Ölkrisen und Überproduktionen unternimmt padeluun diesen zweifelsfrei wirtschaftspolitisch wie massenkulturell begrüßenswerten Schritt. Möglicherweise gibt’s ja eine ganze Menge Personen, die gut und gerne 6,– Mark dafür auslegen, KEINE PLATTE von padeluun zu besitzen.

Greifbar ist padeluuns erste LP, die als Lackfolie – auf Aluminiumbasis oder wahlweise als abspielbare Muttermatritze (darunter versteht man ein aus versilbertem Blech bestehendes Zwischenprodukt bei der Erstellung der Platten-Preßwerkzeuge). Auf der Schallplatte, die nur einseitig bespielt ist, befinden sich neun Endlosrillen: ein Rechteckton 333,3 Hertz, ein Sinuston 333,3 Hertz, eine völlig leere Rille („Symbol für die erste Dimension, den Punkt, das Nichts“), eine zweite leere Rille („Die zweite Dimension, die „Fläche“), eine dritte Leerrille als Symbol für die dritte Dimension, den „Raum“, eine vierte für die „Zeit“ und eine fünfte für die letzte (sinnlich wahrnehmbare) Dimension, die „Energie“.

Des Weiteren: ein zum Sinus-modulierter Rechteckton und auf der neunten Rille in Stereo links ein Sinuston und rechts ein Rechteckton, die sich erst beim Hören in den Ohrmuscheln mischen. Abgesehen davon, daß diese Platte sich sehr gut für den Gleichlauftest Ihres Plattenspielers eignet und die Tonqualität besser als auf jeder herkömmlichen oder digitalen Platte ist, halte ich das inhaltliche Konzept für gut. (Warum, läßt sich im SOUNDS-Diskurs 1/81 nachlesen…) Leider ist die Platte schwer erschwinglich: die Lackfolie kostet DM 500,–, die Silber-Platte gar DM 1000,– und auch nur auf Bestellung! Ansonsten kann man ja mit KEINER PLATTE von padeluun vorliebnehmen – die gibt’s gegen Quittung um 6,– Mark in allen guten Läden . . .

(aus Sounds 3/81, März 1981, Seite 60)

© Xao Seffcheque

Guter Abzug (Werbung)

Juni 16, 2014

GuterAbzug

Eine kleine Anzeige (im Format 73 x 50 mm) in der westdeutschen Musikzeitschrift „Spex – Musik zur Zeit“, Nr. 12, Dezember 1984, auf Seite 43, für  den guten Abzug.

Molto bene

Juni 11, 2014

Du bist so gut zu mir

Copy Artwork aus einem Kassetten-Katalog von Molto Menz, München, 1983

Festival der guten Taten

Februar 28, 2014

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Various – Festival der guten Taten 3
(Cassetten-Fanzine, C60, Hamburg, 1983)

Redaktion: Kai G. und Tim R.

Hinter der Abkürzung Tim R. versteckte sich damals ein gewisser Tim Renner  – nun zukünftiger Berliner Kulturstaatssekretär (wohl ab Ende April 2014).

Kino aus der Kassette

Februar 28, 2014

Kino aus der Kassette 3

Various – Kino aus der Kassette 3
(Cassettenmagazin, C50, Bonn, 1983)

Doris 2013

Dezember 13, 2013

stopp

Das Jahr 2013 war ein gutes Jahr für Doris. Das Jahr 2013 war durchaus ein gutes Jahr für die längst tote Die Tödliche Doris. Das Jahr 2013 war ein wirklich gutes Jahr für die Künstlergruppe Die Tödliche Doris (1980 bis 1987).

Anfang des Jahres erschien das kleine, aber dicke Buch „Subkultur Westberlin 1979 – 1989„, in dem Doris omnipräsent und mit dem Urheber Wolfgang Müller (ex Die Tödliche Doris und auch irgendwie Nachlassverwalthervongoethe dieser Band) gerne auf Lesereise ist – vor ein paar Wochen gastierte er damit beispielsweise in der Staatsgalerie Prenzlauer Berg zu Berlin.

Posthum erschien mit der Maxi-Single „Stopp (Der Information) (Vollendet von Namosh 2012)“ (Squoodge Records, SR 17.102), auch noch ein fulminanter Elektro-Hit, wie ihn Doris damals nie alleine hingekriegt hätte.

Im Text der erwähnten Vollendung heißt es: „Im Indie-Plattenladen steht ein Mädchen rum / sie ist perfekt gekleidet und sie ist nicht dumm / ihr Name ist Christine, ich find sie supertoll / sie kauft sich diese Platte…“ – vielleicht eine Liebeserklärung an Christine Sun Kim, mit der Elfenforscher Wolfgang Müller anno 2013 die gehörlose Konzeptkunstdoppelsingle „Ranging From Panning To Fanning“ (Squoodge Records, SR 17.99) veröffentlicht hat?

Auch das noch: Das Berliner Musikliebhaberlabel Mauerstadtmusik veröffentlich mit „Losspielen“ (MM 011, K’01) in Zeiten der digitalen Cloud eine analoge Cassette mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen der guten alten Dame Doris. Limited Edition versus internetter Allzeitverfügbarkeit.

Und dann bedankt sich Elke Käthe Kruse (ex Die Tödliche Doris) auf ihre Weise in der Zwinger Galerie für ihre Zeit mit Doris oder so (ich selbst habe diese Ausstellung noch nicht gesehen) – noch zu besichtigen bis 18. Januar 2014 in Berlin-Schöneberg.

In der Tat ganz schön viel Action für eine längst zu Grabe getragenen Pöst Pünk Bänd Künstlergrüppe.

GZ,
13.12.13

Hypnotisierungsmusik

Oktober 12, 2013

MuPo006

Ralf Schuster und Stefan Hetzel – Hypnotisierungsmusik
(Tape, C60, MultiPop prod., MuPo 007, 1991)

Das ist doch mal ein schönes Wiederhören! Da hat Stefan Hetzel nun diese alte Kassettenveröffentlichung digitalisiert, die er zusammen mit Ralf Schuster bespielt hat und die wahrscheinlich nur in einer sehr kleinen Stückzahl unter die Leute gebracht wurde.

Endlich, muss man fast sagen! Denn die Arbeit hat sich gelohnt. Obwohl die Aufnahmen unglaubliche 22 Jahre alt sind, wirken sie überhaupt nicht angestaubt und schon gar nicht nostalgisch. Vielleicht liegt es daran, daß Hetzel & Schuster damals in der Ochsenfurter Fuchsenmühle ihr eigenes Ding vierspurig aufgenommen haben – ohne auch nur einen Gedanken an irgendeinen Zeitgeist zu verschwenden. Teilmengen dieser einstündigen Musikkassette wurden unter Verwendung von Instrumenten wie Synthesizer, Orgel, Melodica, E-Gitarre oder Schlagzeug improvisiert, manchmal werden Schuster’sche Texte dazu vorgetragen. Es kommt zum Haushaltskollaps und die Unterhosen sitzen nicht so gut.

In der Musik, bilde ich mir ein, sind Einflüsse von genialen Dilletanten zu erkennen, aber auch Jazz und Minimal Music spielt da eine Rolle und bestimmt auch Post Punk und sogar Frank Weghardt hat seine Spuren hinterlassen (ein Komponist, dem Schuster & Weber eine ganze 7″EP gewidmet haben).

Für mich ein All Time Favourite, der jetzt auch für Menschen hörbar wird, die damals den Herren Stefan Hetzel und Ralf Schuster nicht über den Weg gelaufen sind.

Ab sofort ist dieses Werk frei zugänglich auf archive.org zu hören. Dort findet man weitere Informationen sowie die ursprünglichen Liner Notes:
http://archive.org/details/hypnotisierungsmusik

This is not a love song

Juli 28, 2012

Abbey Road, London, 2003

Das versteh ich nicht. Da fährt Großbritannien (klingt ungefähr so wie Großbeeren) bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 seine gesamte Pophistorie auf, von Kinks über Beatles bis hin zu wasweissichauchimmer und sogar die Sex Pistols und The Clash sind mit von der Partie. Und die Köngin guckt zu.

Da ich mich für Sport und Großveranstaltungen nicht interessiere, konnte ich die gestrige Eröffnungsfeier sehr gut ignorieren. Aber aus dritter Hand (Twitter und so) bekommt man dann doch mehr als nötig mit. Da wurde also auch was von den Sex Pistols  gespielt. Trotzdem herrscht im sogenannten Vereinigte Königreich immernoch keine Anarchie. Tja, 1977 ist nun auch schon  wieder 35 Jahre her. Und das Lied „London Calling“ von The Clash, am 14. Dezember 1979 auf deren gleichnamigen Doppel-LP auf dem ach so unabhängigen Label CBS erschienen, fungiert als so etwas wie die Hymne der Londoner Olympiade 2012. Zumindest lief dieser Song vorhin auch wieder im Deutschlandfunk als ich aus Versehen die Sportberichterstattung anhörte.

Schon seltsam, da singt einer von Krieg und Eiszeit und Todeszombies und Nuklearkatastrophe. Kalter Krieg und Endzeitstimmung pur. Und das wird dann als Titelmelodie für die Olympiade 2012 mißbraucht!?! Klar, klasse Song, super Gitarrenriff uns so. Allgemeingut sowieso. Da haben sich irgendwelche Rechteinhaber bestimmt ins Fäustchen gelacht und womöglich halten sie das auch noch für subversiv. Ich find‘s ekelerregend.

Letzten Endes geht es doch nur um die Kohle. Olympia hat nichts mit Sport zu tun – sondern mit big business, commerciality etc. Aber das ist ja eh klar. Und The Clash hatten sich in den 1990er Jahren ja auch schon an einen Jeans-Hersteller verkauft. Nix neues also. Trotzdem befremdlich.

GZ,
28.07.2012

Miss.Tic Présidente

Juni 16, 2012

Jorinde Reznikoff und KP Flügel – BOMB IT, MISS.TIC!
Mit der Graffiti-Künstlerin in Paris

(Taschenbuch, Kleine Bücherei Nautilus, 2011)

In Hamburg kennt man die AutorInnen Reznikoff und Flügel als MacherInnen der Neopostdadasurrealpunkshow auf Radio FSK (Freies Sender Kombinat). Und irgendwie scheinen die beiden etwas mehr als frankophil zu sein. So haben sie in ihrer Radio-Sendung über französische Musikfestivals berichtet oder das Label Le Son du Maquis porträtiert und die Komponistin Eliane Radigue interviewt.

In diesem handlichen Taschenbuch wird nun die Pariser (Street Art) Künstlerin Miss.Tic (* 1956) in ihren eigenen Worten vorgestellt, eine Frau, die sich von keiner politischen Richtung vereinnahmen läßt und auch von mancher Feministin angefeindet wurde. Das editierte Interview (die Fragen wurden weggelassen) wird durch ausgewählte Zitate anderer Künstler und Autoren ergänzt. Da taucht dann neben französischen Schriftstellern und Philosophen auch mal ein Gabi Delgado-López (Deutsch Französische … äh nee … Deutsch Amerikanische Freundschaft, natürlich) auf oder John Lydon (Public Image Limited) und Lydia Lunch (Teenage Jesus And The Jerks, 8 Eyed Spy). Da kommt etwas die Vorliebe der AutorInnen bzw. HerausgeberInnen für Post Punk und No Wave durch.

Vor der Lektüre dieses Buches kannte ich die Künstlerin Miss.Tic gar nicht. In den 1980er Jahren machte sie ihre ersten Ausstellungen indem sie mittels Schablonen ihre (Frauen-) Figuren an die Wände im öffentlichen Raum sprühte. Zahlreiche Schwarzweiss-Abbildungen zeigen ihre Text-Bild-Montagen, die voller Wortspiele und Anspielungen zu strotzen scheinen. Schade, daß ich mit der französischen Sprache nix am Hut habe (warum habe ich damals in der Schule nur Latein gebüffelt?). Gottseidank werden diese Spielereien in der Übersetzung der Bildtexte erklärt.

Empfehlenswertes Buch, nicht nur für Leute, die sich für Street Art interessieren.
Denn Kunst ist überall!
Auf Mauern, Bauzäunen und sogar in Galerien…

GZ,
13.06.2012