Posts Tagged ‘Schweinfurt’

Zwischen den Orten (4)

Februar 2, 2015

schweinfurt

Blick aus dem Fenster eines Linienbusses während der Fahrt von Würzburg nach Berlin, 01.02.2015

Five Sweets & A Half Of Meat

Februar 9, 2012

The Suzi Cream Cheese – Five Sweets & A Half Of Meat
(Cassette, OH!, OH!2, 1986)

Mitte August überrascht mich der Weihnachtsmann (Walter Bräutigam), indem er mir diese Cassette aufdrängt und sich dann per Vespa nach Scotland absetzte………..
Und so kam ich nun also zu der Ehre, mir diese C-32 von den Obereuerheimern The Suzi Cream Cheese anhören zu dürfen. Auf deren A-Seite sind 5 Live-Titel aufs Magnetband abgespeichert und alles klingt wie damals vor 20 Jahren als wir uns Velvet Underground und ähnliches anhörten. Man hört wieder gute Gitarrenriffs, getragen von Bass und Schlagzeug, die an den passenden Stellen mit Orgel garniert werden. Nicht übel. Vor allem die auf 8-Spur produzierte B-Seite hat es in sich: 15 Minuten lang wird hier „Dead Man’s Last Poem“ vorgetragen, das trotz der Länge nie langweilt, da es sich immer wieder in den Nuancen verändert und am Schluß endet alles in Agonie.
Also: OH! – Nicht übel.

Diese Göck & Dr. Türeng-Produktion auf dem Obereuerheimer OH!-Label gibt’s gegen 6,– DM p&p bei Gerald J. Gynther, Am Deutschen Michel 3, D-8722 Obereuerheim, West-Germany.

mr.boredom

Dieser Text stammt aus Heft No. 11 des 10.15 Megazine, vermutlich im Mai 1988 in Würzburg erschienen.

Die oben genannte Adresse stimmt natürlich nicht mehr.
Die aktuelle ist unter folgendem Artikel zu finden:
Penial

Halsteufel haben keine Chance mehr

Februar 9, 2012

Zur Orientierung

Various: Halsteufel haben keine Chance mehr – Der Obereuerheim-Sämpler
(Cassette, OH!, OH!1, 1984)

Obereuerheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Grettstadt von 800 Einwohnern, unter denen sich phänomenal viele Musikfreaks befinden, so viele, daß sie letztes Jahr diesen Sampler produziert haben. Ein knallvolles Beiblatt informiert über die Aufnahmen, die Musiker, die Bands und ihr Leben. Bilder, Texte, sogar ein Kartenausschnitt. In dem Kaff links unten (Würzburg) ist leider nicht der Größe entsprechend viel los wie an der markierten Stelle rechts oben (Obereuerheim). Zur Einleitung wird auf diesem Info der Käufer – zurecht – zu seiner guten Wahl beim Erwerb dieser Cassette beglückwünscht. Es folgt die optimale Beschreibung ihres Inhalts: „Von Blasmusik bis zum Punk kannst Du auf dieser Cassette alles finden. Und als Bonbon obendrein bekommst Du eine bisher unbekannte Aufnahme der berühmten RESIDENTS, die – und das wird wahrscheinlich noch keiner geahnt haben – auch aus Obereuerheim stammen. Wahrscheinlich wirst Du keine der anderen Gruppen schon jemals gehört haben, aber darüber brauchst Du dir keine Sorgen zu machen, denn das sind solche Insidertips, daß sie teilweise nur 5 -10 Menschen auf dem ganzen Erdball bekannt sind. Aber das wird sich jetzt ändern!“.

PERRY RHODAN’S SEX SHOP BAND fängt an, sehr heavy, sehr frisch, perfekt. Sie spielen Punk „sehr gelegentlich. Sehr privat. Einmal im Jahr“. Vielleicht ist das ihre Stärke. So fetzig wie „Totensonntag“ klingt höchstens noch THE ONE & ONLY OBEREUERHEIM GROUP, „ein einmaliger Zusammenschluß von Musikern der unterschiedlichsten Stilrichtungen“‚. Eine Bandband, aber von ganz anderer Art als BAND AID! Aber mein Lieblingsstück ist „Abgebrannt“ von SPASMES, das hat gefunkt, ein Ohrwurm, energiegeladen, funky, guter Text, da stimmt einfach alles zu 100%. KOLBENFRESSER bringen die Vergangenheit, „Come On Louis“, eine wahre Stimmleistung. Später swingen sie noch. DR. HELGA TÜRENG („Fischkutter.) verschmilzt Text und Musik. Es ist überhaupt viel Experimentelles dabei, HERR BAHN z.B. erinnert leicht an CHROME. PLASTIKTÜTE „existiert schon seit 5 Jahren und ist eher berüchtigt als berühmt“. „Rap-Attack“ und hartes, gradlinigeres Gitarrenspiel. Die BLASKAPELLE, naja, auch Musik. „This is not a Song“ von PUBLIC RELATION IMAGE LIMITED (PRIL) und der Auftritt der legendären RESIDENTS – genial. Es ist alles vertreten, was es an neuerer, interessanter Musik überhaupt gibt, alle Richtungen von Dilettanten bis Perfektionisten, von Liedermachern (KONSTANTIN AMBROS) bis Punk.

Die Adresse:
DaDa-Bureau
/Gerald J. Gynther
Michaelspfeiler 33a
8722 Obereuerheim

DR. NO

Dieser zeitgenössische Tape-Review stammt aus 10.15 Megazine edit 5 und erschien im März/April 1985. Autor: Walter Bräutigam.

Die oben genannte Adresse stimmt natürlich nicht mehr.
Die aktuelle ist unter folgendem Artikel zu finden:
Penial

Penial

Februar 5, 2012

Der kosmische Penis – Das Organ der freien Jugend, Heft 79
(Fanzine, 72 Seiten, DIN A5, 23.12.2011)

Auch die aktuelle Ausgabe dieser Schweinfurter Institution hat alles, was einen Der kosmische Penis ausmacht. In der seit der ersten Ausgabe enthaltenen Rubrik „Schlüsse & Küsse“ gibt es wie immer „Tratsch und Klatsch aus kosmischen Sphären“, hier wird der geneigte Leser über den Beziehungsstatus und Familienstand der Schweinfurter Szene samt Exilanten informiert. Das ist so amüsant, daß man diese ganzen Leute gar nicht kennen muß um zu schmunzeln. Inzwischen gibt es den Penis so lange, daß hier immer mehr Heiraten und Geburten verkündet werden konnten. Unter der Überschrift „Neues aus Schlotzingen“ werden kuriose Pressemeldungen aus der Schmuddelecke gesammelt, leider auch gerne Boulevard-Mist. Im „Wellenfahrplan“ werden vor allem Punk- und Rock-Platten besprochen, nicht ohne ab und zu mal ein Herz für Indie-Pop zu haben oder für ein Buch von Frau Roche. Aus Berlin berichtet wie immer „Die Berührerin“ Barbara Splieth aus ihrer sexy Berufspraxis. Ein weiterer Standard in diesem Fanzine ist natürlich der Penis-Poster in der Mitte, diesmal wird ein stählerner Penis aus Japan abgebildet – ein Leser berichtet von einem entsprechenden 300 Jahre alten Festival in Kawasaki. Auch immer lustig: das „Bandfoto aus der Hölle“.
Aber es gibt nicht nur Erotik und Quatsch hier zu lesen. Aus gegebenen Anlass wird ausführlich über Oi!-Punk und die Grauzone zum Rechtsrock berichtet. Ein Thema, das auch beim Interview mit der Band Kraftklub aus Karl-Marx-Stadt Erwähnung findet.
Auf der Heftrückseite hält der Langweiler Thees Uhlmann Ausgabe 78 in die Kamera. Schon lustig, wen die Penis-Redakteure immer dazu bringen so, ein Heft zu präsentieren. Da kann keiner Nein sagen. Das ist auch so ein running gag, der sich von Ausgabe zu Ausgabe zieht.
Im „Heimatspiegel“ erfährt man dann noch das Neueste über unterfränkische Bands und MusikerInnen wie Wilson Jr. oder die wunderbare Karo. Sogar zwei kurze Meldungen aus der Würzburger Alternativszene sind diesmal enthalten. Über Else Admire aus Breitengüssbach wird diesmal nichts gemeldet. Und natürlich gibt es wie immer seltsame kurze Geschichten von Bdolf oder John Boruckowski sowie herrliche Cartoons von Philip Katzenberger und Eo Borucki. Und vieles mehr. Das Titelblatt steht manchmal in Sachen Geschmacklosigkeit der Titanic in nichts nach. Diesmal bekommt der Verfassungsschutz sein Fett ab.

Aus gegebenen Anlass werden in dieser Ausgabe alle Penis-Verkaufstellen in Bamberg, Schweinfurt, Würzburg und Zeil porträtiert. Denn am 27.02.2012, so steht es dort geschrieben, kann der  Penis auf 25 kosmische Jährchen zurück schauen. Laut eigener Einschätzung sind sie damit „nach Maximum Rock’n’Roll (USA) und Trust (D) das drittälteste Musik-Fanzine der Welt“. Aber da wird die Rechnung ohne das  Bad Alchemy gemacht, das sich ganz und gar nicht um Punk Rock kümmert und dessen Erstausgabe 1985 erschien und immer noch auf Papier veröffentlicht wird. Egal. Aber ähnlich wie das zuletzt genannte Würzburger Fanzine hat auch Der kosmische Penis zuerst Cassetten und später CDs herausgebracht (allerdings immer separat erhältlich, nicht als Beigabe). Hier wurde so manche Perle der regionalen Musikszene veröffentlicht und die Highlights des alljährlichen Grand Prix De La Chanson De Penivision dokumentiert. Und noch eine klitzekleine Schnittmenge hat Der kosmische Penis mit Bad Alchemy: hier durfte Frank Apunkt Schneider seine „Notizen eines King Crimson-Ironikers“ frei heraus schwurbeln – jetzt schreibt er für Testcard sowie Skug und hält Vorträge über Kunst und Sacro-Pop (nachdem er zwischendurch für Bad Alchemy ein paar ausführliche Reviews geschrieben hatte). Nach Heft 53 reichte es ihm.

Einer der Penis-Macher namens Gerald J. Günther aka Dr. T und ehemaliger Bassist der schon lange nicht mehr existierenden Band The For Presidents ist auch für den 1984 erschienenen Obereuerheimer Cassetten-Sampler „Halsteufel haben keine Chance mehr“ verantwortlich. Und auf seinem Cassetten-Label OH! wurde seinerzeit auch ein Tape von The Suzie Cream Cheese veröffentlicht. Auch so eine kurzlebige Band, die es immerhin zu einer LP-Veröffentlichung auf Glitterhouse Records gebracht hat. Ko-Chef-Redakteur Wolle Hanke arbeitet (glaub ich) in Würzburg beim Rundfunk und so wundert es nicht, daß ein paar wenige Male ein gewisser Achim 60 Bogdahn (of Zündfunk Fame) zu Gast in diesem Fanzine war, und zwar als Mit-Autor eines Berichts von einem isländischen Musikfestival. Ehrensache, daß sie auch im Penis-Museum in Reykjavik zu Besuch waren!

Mit folgendem Song wünsche ich dem selbsternannten Organ der freien Jugend alles Gute zum 25. Jubiläum. Cheers! Freue mich schon auf Heft 80!

Wolfgang Müller – Penismuseum Reykjavik

Da dieses Fanzine keine Internetpräsenz besitzt, hier Dr. Teebeutels Mail-Adresse. Dort kann man Hefte, Abonnements und T-Shirts bestellen: kosmischerpenis@freenet.de

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Banane

März 31, 2010

Else Admire Disco Solution – Top Dance Hits
(CD, Pyromusic / Our Distribution, 2009)

Ha, das ist doch schön, wenn man bei einem Bilderrätsel (na, wo hat sich denn der Else versteckt?) mitmacht und dann irgendwann eine Sendung mit einer CD und zwei Badges im Briefkasten vorfindet. Dumm nur, dass Else Admire hier voll in die elektronisch aufgemotzte Disco geht. Da pumpt der Bass einem „Umbalaka Chumba“ und drei weitere Tracks in die Ohren. Was hat denn da den Punkrocker Else Admire geritten? Hat das mit seiner Hochzeit zu tun? Früher musste man im Der kosmische Penis, einem Schweinfurter Fanzine, immer wieder Berichte über seine Entgleisungen lesen. Das ist schon länger her. Ebenso wie seine Liebeserklärung an die Fleischereifachverkäuferin. Aber Admire wäre nicht Else, wenn er hier nicht auch noch seine trashige Gitarrenband The Breitengüssbach Dolls aus den Bamberger Suburbs antanzen ließe. Die dürfen noch eine Punk-Version von „Dancing In A Disco“ beisteuern. Und diese gefällt mir dann auch am besten. Der Rest taugt eher als musikalische Untermalung zum beschwingten Frühjahrsputz.

31.03.2010