Posts Tagged ‘sun ra’

Plöpp Sounds 2

November 21, 2014

ploeppsounds2

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Heute wurde unsere zweite Plöpp Sounds Radiosendung auf Mixcloud hochgeladen. Aufgenommen wurde sie bereits am 14.11.2014 unter dem Einfluss von Bier aus Bügelflaschen (nicht so lecker) und Birnenschnaps (sehr lecker). Die Herren Sommer & Herbst moderieren immer noch etwas holprig, aber wenigstens die Musik klingt gut. Bildet Euch selbst ein Urteil! Die fast 80 Minuten lange zweite Ausgabe von Plöpp Sounds gibt es hier zu hören:
www.mixcloud.com/PloeppSounds

Playlist:

01 Dengue Fever – Tiger Phone Card
02 Die Sputniks – Etage 8
03 Keith & Tex – Tonight
04 Sun Ra – Nuclear War
05 Stefan Hetzel und Ralf Schuster – Improv 2014 (Peitz), Ausschnitt aus der Tonspur mit Hamid Drake, Wayne Horvitz u.a.
06 Potsa Lotsa Plus – Sketch No. 2
07 Unknown – Ganga Arty
08 Jon Hassell / Brian Eno – Delta Rain Dream
09 Master Musicians Of Bukkake – Schism Prism (Ausschnitt)
10 Peaking Lights – All The Sun That Shines
11 Zeitkratzer & Keiji Haino – Cryogen (live)
12 Nazoranai – You Should Look Closely Those Shattered Spells Never Attaining Embodiment As Prayer They Are Born Here Again (Ausschnitt)
13 David Lang – Death Speaks: No. 4. Pain Changes

elkessommer,
21.11.2014

Plöpp Sounds 1

November 10, 2014

PlöppStilleben

Hinweis in eigener Sache:

Am 07.11.2014 habe ich zusammen mit Her Bst unsere erste Radiosendung aufgenommen und am darauf folgenden Morgen zusammenmontiert. Nun ist die etwa 70 Minuten lange Ausgabe Nummer Eins von Plöpp Sounds auf Mixcloud on air – und zwar hier:
www.mixcloud.com/PloeppSounds

Das Konzept unserer Sendung sieht vor, dass „sich die Inhaber der Facebook-Accounts ‚Her Bst‘ und ‚elkessommer‘ gegenseitig Lieblingsmusiken vorspielen. Alles ist möglich, die stilistische Bandbreite wird nicht auf ein einzelnes Genre begrenzt. Anything goes – sofern sich Sommer & Herbst dafür mehr oder weniger begeistern können“. Jede Sendung steht unter Einfluß eines alkoholischen Getränkes, welches während der Radioshow in großen Schlucken verköstigt wird. Ploppende Verschlüsse werden bevorzugt. Bei der ersten Sendung kam Rowein zum Zug, ein junger Shiraz aus Australien. Australische Musik wurde allerdings nicht gespielt (siehe unten stehende Playlist).

Auf die zweite Sendung bin ich selbst schon gespannt. Dengue Fever, Sun Ra, Jon Hassell, Brian Eno und Forth World wurden während der Erstausgabe als Assoziationen in den Raum geworfen. Mal sehen, was davon in späteren Sendungen auftauchen wird.

Playlist:

01 The Thing – Hidegen Fujnak A Szelek
02 Max Richter – Journey
03 Max Richter – Infra
04 Die Zimmermänner – Kultur
05 Kreisky – Asthma
06 Mutter – Oui
07 Run The Jewels – Angel Duster
08 L. H. D. – The Wind From Nowhere (Ausschnitt)
09 Pye Corner Audio – Electronic Rhythm Number One
10 Umherschweifenden Produzenten – Migration
11 Goat – Talk To God
12 Aziza Brahim – Julud
13 The Ex – Hidegen Fujnak A Szelek

elkessommer,
10.11.2014

Splace

Februar 25, 2013

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Jerry Dammers‘ Spatial A.K.A. Orchestra
(live, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 24.02.2013)

Gestern war im Rahmen des Anthropozän-Projekts (was auch immer das sein mag) im Haus der Kulturen der Welt und des viertägigen Festivals „Unmenschliche Musik – Kompositionen von Maschinen, Tieren und Zufällen“ Jerry Dammers und sein Spatial A.K.A. Orchestra zu Gast. Deren Musik war aber weder Maschinenmusik noch unmenschlich – höchstens außerirdisch, so wie halt Sun Ra auch out of space war (man muss nur dran glauben…).

Jerry Dammers war damals in der Ska-Band The Specials (mit und ohne AKA) mit von der Partie und macht sich seit ein paar Jahren einen Spaß daraus,mit einer riesigen Big Band aufzutreten. In Berlin waren insgesamt 24 Leute auf der freakig dekorierten Bühne. Alien-Puppen mit Gitarre standen da rum, ein Raumfahrzeug hing von der Decke und den Bühnenhintergrund zierten kryptische, güldene Zeichen und Tut-Ench-Amun war unter der Leinwand zu entdecken, auf der passende Filmsequenzen geworfen wurden. So ähnlich könnte es in den 1970er Jahre ausgesehen haben. Da passt auch die Keyboard-Burg vorne rechts ins Bild, in deren Mitte Jerry Dammers ungezählte Orgeln, Synthesizer und sonstige elektronischen Geräte bediente. Und natürlich waren fast alle maskiert und kostümiert, in afrikanischen Phantasie-Roben, als Pink Elephant, mit Pest-Maske, Federn, asiatischen Hüten, bescheuerten Brillen etc., alles schön bunt durcheinander.

Das Spatial A.K.A. Orchestra begann ursprünglich wohl als Sun Ra Tribute Band, aber spielt garnicht mehr so viele Stücke dieser Free-Jazz-Legende. Das erste Instrumental – nach einem kakophonen Keyboardgewitter, dem Ende der irdischen Welt – war von Sun Ra, aber bis später dann zwei Songs von ihm gespielt wurden, darunter das wunderbare „Nuclear War“, verging einige Zeit. Denn Jerry Dammers hatte auch Ska-Stücke aus Jamaika mit dabei, groovy Jazz und Easy Listening von deutschen Komponisten (Peter Thomas hieß der eine), Exotica von Martin Denny (ein Einfluss auf Sun Ra, wie Dammers zu erzählen wußte) , britische Library Music, Jazz von Coltrane und natürlich ein paar Stücke der The Specials und vieles mehr. Aus „International Jetset“ wird „Intergalactic Jetset“ und „Ghost Town“ mutiert zu „Ghost Planet“, featuring Rico Rodriguez als Gaststar. Und das ganze im Big Band Sound und einer riesigen Besetzung: Keyboards, Piano, Flöte, Saxophon, Posaune, Klarinette, Gesang, Percussion, Violine, Cello, Kontrabass, einige Instrumente mehr als doppelt besetzt. Schlagzeug, E-Bass und Gitarre sorgten für die Erdung. Free Jazz war das also keiner. Astreiner Jazz auch nicht (aber wer interessiert sich schon für Purismus?). Das eher gewöhnliche Rockundpopschlagzeug verhinderte strukturlose Abfahrten in himmlische Sphären. So konnten die vielen Musiker ihre Soli über angenehm groovige Musik abliefern. Sogar klassische Ska Riddims sind offensichtlich dafür geeignet. Und wenn dann mal ein paar Passagen oder Übergänge etwas chaotischer klangen,  so waren diese vermutlich wohl kalkuliert.

Die Ausdauer und Spielfreude war groß. Erst nach über geschätzt zweieinhalb Stunden klang das kurzweilige und abwechslungsreiche Konzert aus mit einem schönen kurzen Stück für die beiden Violinen, Cello und Kontrabass (die meist im Gesamtklang etwas untergingen) plus eine Posaune. Die anderen Musiker hatten das Auditorium bereits in einer kleinen Prozession durch den Zuschauerraum verlassen.

GZ,
25.02.2013