Leben heißt das Loch

Mutter live at Dockville Festival, Hamburg, 15.08.2010

MUTTER – Trinken Singen Schiessen
(CD / DoLP, Die Eigene Gesellschaft, DEG 006, 2010)

Schon das erste Lied dieses Albums zeigt, dass die Berliner Band Mutter immernoch keine allzu positive Sicht auf dieses Ding namens Leben hat. Dabei stammt der Text von „Loch“ ausnahmsweise nicht von Max Müller, sondern von Dieter Roth, einem Künstler, der ebenso wie Müllers Bruder Wolfgang, temporär auf Island aktiv war.*

Mutter blickt etwas genervt auf verschiedene Aspekte des Lebens, u.a. Liebe, Freiheit, Jung, Alt. Und auf Idioten, die einen dazu bringen sich selbst zum Idioten zu machen. In einem Lied geht es um das Verhältnis zwischen Wohltätern und Opfern. Eine Blasmusik-Version dieses Liedes am Ende des Albums nennt sich „Wohlopfer“. Dialektik ohne Ende.

Dabei bewegt sich Mutter musikalisch zwischen eher langsamen, manchmal malmenden Songs – ein Stück erinnerte mich entfernt an Bohren Und Der Club Of Gore, nur munterer sowie mit Gesang – und relativ flott und locker dahin gelegten, vermeintlichen Popsongs. Das Keyboard bringt stellenweise orchestrale Klangfarben mit ein in den von Gitarre, Schlagzeug und Bass dominierten Mutter-Klang. Aber es gibt auch eine seltsame Kinderstimme zu hören sowie feminine Background-Vocals, die – ba ba ba ba ba ba – eine gewisse Leichtigkeit in „Der Zug“ bringt. Gegend Ende ist sogar noch eine schöne akustische Gitarre zu hören. Es ist also durchaus für bunte Klangtupfer und Abwechslung gesorgt.

Wird wohl eine meiner Lieblingsplatten des Jahres 2010 werden.

_____________

Anmerkung:
* Das ist nicht die erste Dieter Roth-Cover-Version dieser Band – auf der Compilation „Das Dieter Roth oRchester spielt kleine wolken, typische scheiße und nie gehörte musik“ wurde bereits „Warum ist das so?“ zu einem Song verarbeitet.

Hörproben: myspace.com/muttermusik

Mutter auf Tournee:
07.10.2010 Köln, Gebäude 9
08.10.2010 Trier, Exhaus
09.10.2010 München, 59 to 1
10.12.2010 Schorndorf, Manufaktur
11.12.2010 Weinheim, Café Central
16.12.2010 Hamburg, Hafenklang
17.12.2010 Husum, Speicher
18.12.2010 Wolfsburg, Hallenbad
(Quelle: www.muttermusik.de)

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Eine Antwort to “Leben heißt das Loch”

  1. Mutter – Trinken Singen Schießen « mr.boredom's Says:

    […] Album Review siehe hier: Leben heißt das Loch […]

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